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Sextouristen härter bestrafen

Sextouristen, die Minderjährige in Staaten mit laxen Strafen sexuell ausbeuten, sollten mit Strafverfolgung in ihrem eigenen Land rechnen müssen. Schweden ist mit gutem Beispiel vorangegangen.

Stop child porn!: Im Jahr 2000 waren mindestens 1,8 Millionen Kinder unter 18 Jahren vom globalen Sexhandel betroffen.
Stop child porn!: Im Jahr 2000 waren mindestens 1,8 Millionen Kinder unter 18 Jahren vom globalen Sexhandel betroffen.
Keystone

Das fordern die Teilnehmer des von den UN veranstalteten Dritte-Welt-Kongresses, der am Freitag in Rio des Janeiro beendet wurde. Schweden hat bereits ein solches Gesetz, wie es von rund 3000 Experten und Regierungsvertretern aus 137 Staaten gutgeheissen wird, sagte der Direktor des UN-Kinderhilfswerks Unicef für Lateinamerika und die Karibik, Nils Kastberg.

«Viele dieser Pädophilen tauschen sich darüber aus, dass man in bestimmten Ländern keine Sorgen machen müsse – höchstens drohe eine Geldstrafe», erklärte Kastberg. Von den Kongressteilnehmern werde nun erwartet, dass sie sich in ihren Staaten für Gesetzesänderungen einsetzen, die auch die Verfolgung im Ausland begangener Straftaten gegen Kinder ermöglicht. Zudem solle eine Datenbank über sexuelle Gewalt gegen Kinder weltweit aufgebaut werden, damit Regierungen über das Ausmass sexueller Ausbeutung über den Sexhandel hinaus informiert werden.

Millionen von Kindern missbraucht

Die Internationale Arbeitsorganisation schätzt, dass im Jahr 2000 mindestens 1,8 Millionen Kinder unter 18 Jahren vom globalen Sexhandel betroffen waren. Es ist nicht bekannt, wie die Entwicklung seitdem verlief. In einer UN-Studie hiess es kürzlich, 2002 seien 150 Millionen Mädchen und 72 Millionen Jungen unter 18 Jahren zum Geschlechtsverkehr gezwungen worden oder hätten andere Formen sexueller Gewalt erlitten.

AP/mbr

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