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Schwere Vorwürfe an US-Regierung

Im Konflikt um den Irak meldet sich Wikileaks-Informantin Chelsea Manning zu Wort. Sie wirft der US-Regierung vor, die Bevölkerung über die Lage im Irak zu täuschen.

Chelsea Manning vor dem Gericht, damals noch unter dem Namen Bradley Manning. (20. August 2013)
Chelsea Manning vor dem Gericht, damals noch unter dem Namen Bradley Manning. (20. August 2013)
Patrick Semansky, Keystone

Die Wikileaks-Informantin Chelsea Manning hat der US-Regierung vorgeworfen, der Bevölkerung die Wahrheit über die Lage im Irak zu verschweigen.

Da der Irak nach dem Vormarsch sunnitischer Dschihadisten vor einem Bürgerkrieg stehe und die USA «erneut eine Intervention erwägen», stelle sich die Frage umso dringender, «wie die Armee der Vereinigten Staaten die Medienberichte über ihr Engagement dort und in Afghanistan kontrolliert», schrieb Manning in einem Beitrag für die «New York Times».

Zu 35 Jahren Haft verurteilt

Die damals noch mit dem Vornamen Bradley als Mann lebende Manning hatte während der Stationierung im Irak vor vier Jahren hunderttausende Armeedokumente sowie Depeschen der US-Diplomatie von Militärrechnern heruntergeladen und der Internet-Enthüllungsplattform Wikileaks zugespielt.

Nach eigenen Angaben wollte Manning eine öffentliche Debatte über die Kriege in Afghanistan und im Irak anstossen. Im Mai 2010 wurde der damalige Obergefreite auf einem Stützpunkt nahe Bagdad festgenommen, und im vergangenen August wurde Manning zu 35 Jahren Haft verurteilt.

Grenzen der Pressefreiheit

In ihrem Beitrag für die «New York Times» schrieb Manning, «die derzeitigen Grenzen der Pressefreiheit und der schwere Schleier des Regierungsgeheimnisses» verhinderten, dass die US-Bürger «voll erfassen, was in den Kriegen passiert, die wir finanzieren». Damit werde den Wählern die Möglichkeit genommen, «das Verhalten ihrer Führer zu beurteilen».

Manning warf der US-Regierung und der Armee vor, die öffentliche Meinung über den Irak-Konflikt gezielt beeinflusst zu haben. «Wie konnten die obersten Entscheidungsträger behaupten, dass die öffentliche Meinung und der Kongress den Konflikt unterstützen, obwohl diese nur über die Hälfte der Informationen verfügen?», hiess es.

So seien beispielsweise während ihres Aufenthalts im Irak nie mehr als zwölf US-Journalisten gleichzeitig dort akkreditiert gewesen, obwohl das Land 31 Millionen Einwohner zähle und damals 117'000 US-Soldaten im Einsatz waren.

SDA/thu

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