Pompeo witzelt über Trumps Rauswurf-Tweets

Wirbel im Umfeld des US-Präsidenten: Der Aussenminister macht sich über seinen Chef lustig, Beraterin Conway und ihr Mann streiten über Trumps Psyche.

Ist zuversichtlich, dass er seinen Job noch eine Weile behalten wird: Mike Pompeo scherzte über die Twitter-Aktivitäten seines Chefs.

US-Aussenminister Mike Pompeo hat sich über die Angewohnheit seines Chefs lustig gemacht, Menschen per Twitter zu entlassen. Bei einem Termin in seinem Heimatstaat Kansas sagte Pompeo am Montag, er werde sein Ministeramt so lange innehaben, bis Donald Trump ihn per Tweet feuere. Der US-Präsident ist bekannt dafür, dass er das Online-Netzwerk intensiv nutzt und dort auch Personalpolitik betreibt.

«Ich bin hier, bis er mich aus dem Amt twittert,» sagte der Aussenminister vor lachendem Publikum, «aber damit rechne ich nicht, jedenfalls nicht heute.» Pompeo spielte damit auch auf seinen Vorgänger Rex Tillerson an. Nach mehrfachen Meinungsverschiedenheiten hatte Trump Tillersons Entlassung über Twitter verkündet. Anschliessend liess das Weisse Haus durchsickern, Tillerson habe von seinem Rauswurf auf der Toilette erfahren.

Verkündet wichtige Neuigkeiten gerne über den Kurznachrichtendienst: Trumps Tweet, in dem er die Entlassung von Rex Tillerso verkündete.

Pompeo, der vor seinem jetzigen Ministerposten CIA-Chef war, positioniert sich stets demonstrativ loyal zu Trump. Er ist eines der wenigen Mitglieder des ursprünglichen Kabinetts, das noch nicht mit dem Präsidenten aneinandergeraten ist.

Trump-Beraterin und ihr Mann streiten öffentlich über den Präsidenten

Für öffentliche Aufmerksamkeit sorgte neben Pompeo auch Kellyanne Conway. Sie war Donald Trumps Wahlkampfmanagerin und ist heute eine seiner wichtigsten Beraterinnen. Ihr Mann George ist ein prominenter Anwalt, der den Präsidenten regelmässig kritisiert. Mit seiner Frau streitet er nun öffentlich über Trumps psychische Verfassung.

Mit seinem kontinuierlichen Schlagabtausch unterhält das Paar schon seit Monaten das politische Washington. George Conway gehört zu denjenigen Republikanern, die auf keinen Fall wollen, dass Trump für eine zweite Amtszeit gewählt wird. Nahezu täglich postet er im Onlinedienst Twitter Kritik am Präsidenten.

Am Wochenende stellte er dort Trumps psychische Verfassung in Frage: Conway twitterte eine Liste von Symptomen von Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung und schrieb dazu, alle US-Bürger sollten sich Gedanken über Trumps psychische Gesundheit und seinen Geisteszustand machen, «vor allem die Medien, der Kongress, der Vizepräsident und das Kabinett».

Kellyanne Conway distanzierte sich daraufhin öffentlich vom Tweet ihres Mannes. In einem Fernsehinterview sagte sie am Montag sichtbar gereizt, sie teile dessen Bedenken nicht. Sie habe sich am Morgen um ihre Kinder gekümmert und dann mit dem Präsidenten über Sachfragen gesprochen, darum habe sie möglicherweise nicht alle Tweets gelesen.

aru/AFP

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