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Orlando-Täter wollte Körperpanzerung kaufen

Ein Waffenladenbesitzer hatte Omar Mateen den Kauf eines Körperschutzes und 1000 Schuss Munition verweigert. Präsident Obama forderte schärfere Waffengesetze.

Omar Mateen gab wenige Tage vor der Schiesserei 9000 US-Dollar in einem Juweliergeschäft aus. Ganz in der Nähe hatte er in einem Waffengeschäft versucht, eine schusssichere Weste und 1000 Schuss Munition zu kaufen.
Omar Mateen gab wenige Tage vor der Schiesserei 9000 US-Dollar in einem Juweliergeschäft aus. Ganz in der Nähe hatte er in einem Waffengeschäft versucht, eine schusssichere Weste und 1000 Schuss Munition zu kaufen.
MySpace, Keystone
US-Justizministerin Loretta Lynch hat angekündigt, dass Teile der Telefongespräche zwischen dem Attentäter und der Polizei veröffentlicht werden. (14. Juni 2016)
US-Justizministerin Loretta Lynch hat angekündigt, dass Teile der Telefongespräche zwischen dem Attentäter und der Polizei veröffentlicht werden. (14. Juni 2016)
Yuri Gripas, AFP
Laut einem Journalisten hatte sich der Angreifer verschanzt und Geiseln genommen.
Laut einem Journalisten hatte sich der Angreifer verschanzt und Geiseln genommen.
Univision Florida Central, Keystone
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Der Orlando-Attentäter soll vor dem Massaker mit 49 Toten versucht haben, in einem Waffenladen eine Körperpanzerung und 1000 Schuss Munition zu erwerben. Dies sei ihm verwehrt worden, weil der Kunde dadurch Verdacht erregt habe, dass er einen typischerweise von Strafvollzugsbehörden verwendeten hochwertigen Körperschutz habe kaufen wollen, sagte der Mitbesitzer des Geschäfts in Jensen Beach, Robert Abell. Die Stadt liegt rund 200 km südlich von Orlando.

Den Angaben zufolge kam der spätere Attentäter rund fünf Wochen vor dem Massaker in den Waffenladen. Der Mann habe das Geschäft mit leeren Händen verlassen müssen, sagte Abell. Zudem sei das FBI alarmiert worden. Da allerdings kein Kauf getätigt worden sei, sei auch die Identität des Kunden nicht festgestellt worden. Den Behörden habe man deshalb keinen Namen geben können, sagte Abell. Erst nach dem Schusswaffenmassaker im Schwulenclub «Pulse» in der Nacht zum vergangenen Sonntag hätten Mitarbeiter den Schützen in Medienberichten wiedererkannt.

Obama fordert schärfere Waffengesetze

Die Terrorgefahr des Islamischen Staates (IS) lässt sich nach Auffassung von US-Präsident Barack Obama nicht ausschliesslich mit Waffengewalt und Militäreinsätzen bannen. Obama will dem Terror in den USA auch mit schärferen Waffengesetzen beikommen.

«Es wird mehr brauchen als nur unser Militär», sagte Obama am Donnerstag, als er in Orlando den Tatort des Massakers vom Wochenende besuchte. Zuvor hatte er sich mit Hinterbliebenen und Überlebenden getroffen.

Ohne Handeln des Senats gebe es weitere Massaker

Genauso wie der Kampf gegen den Islamischen Staat müsse der Kampf gegen den Missbrauch von Schusswaffen vorangetrieben werden, sagte Obama. Er habe sich mit den Eltern von Opfern getroffen. «Diejenigen, die den einfachen Zugang zu kraftvollen Schusswaffen propagieren, sollen sich bitte mit diesen Leuten treffen», sagte Obama. Wenn der Senat nicht handle, werde es weitere Massaker geben.

Ein 29 Jahre alter Mann, der sich unter anderem auf den IS berief, hatte in der Stadt in Florida in einem Club für Schwule und Lesben gezielt Menschen erschossen, 49 Unschuldige starben. Die Polizei tötete den Täter.

McCain beschuldigt Obama

CIA-Direktor John Brennan hatte am Morgen erklärt, der IS trainiere weiterhin erfolgreich Kämpfer, die für Terrorangriffe ausgebildet werden. «Ungeachtet aller Fortschritte gegen den IS auf dem Schlachtfeld und im Finanzbereich haben unsere Anstrengungen die Fähigkeiten und die globale Reichweite der Terrorgruppe nicht reduziert», sagte Brennan. Der IS verfüge über «grosse Kader» westlicher Kämpfer, um westliche Länder zu attackieren.

Der republikanische Senator John McCain machte US-Präsident Barack Obama mitverantwortlich für das Attentat in Orlando. Seine Entscheidungen im Anti-Terror-Kampf seien direkt verantwortlich dafür. «Als er alle aus dem Irak abgezogen hat, ist al-Qaida nach Syrien gegangen und zu ISIS geworden, und ISIS ist es heute, dank Obamas Versagen», sagte McCain einem Bericht der «Washington Post» zufolge am Donnerstag im Senat zu einer Gruppe Reportern.

Obama betonte, das Attentat in Orlando und auch der zurückliegende Terroranschlag im kalifornischen San Bernardino seien ohne die Steuerung durch ein grösseres Terrornetzwerk erfolgt. Der Kampf gegen sogenannte Einsame Wölfe sei schwierig. «Wir können nicht jede entgleiste Persönlichkeit kriegen», sagte Obama.

Es sei aber mit Beschränkungen beim Erwerb von Schusswaffen möglich, den Schaden zu begrenzen. «Wir können wenigstens einige Tragödien verhindern, wir können wenigstens einige Leben retten.»

Rubio reiste mit Obama

Begleitet wurde Obama auf dem Flug von dem republikanischen Senator Marco Rubio und der demokratischen Abgeordneten Corrine Brown. Beide stammen aus Florida. Dass Abgeordnete aus dem betroffenen Staat bei einem solchen Anlass mit dem Präsidenten reisen, ist nichts ungewöhnliches.

Es ist in diesem Fall aber interessant, weil Rubio noch bis vor kurzem um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner kämpfte.

SDA/chi

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