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Obama liegt in Umfragen deutlich vor Romney

Die Protestwelle im Nahen Osten kommt US-Präsident Obama zugute: Seine Umfragewerte haben sich deutlich verbessert. Vor allem in den umkämpften Staaten Ohio, Florida und Virginia konnte er zulegen.

Konnte auch in der Wirtschaftspolitik Boden gutmachen: Barack Obama an einer Wahlveranstaltung. (Archivbild)
Konnte auch in der Wirtschaftspolitik Boden gutmachen: Barack Obama an einer Wahlveranstaltung. (Archivbild)

Die jüngsten Meinungsumfragen in den USA signalisieren einen Schwenk in Richtung des demokratischen Amtsinhabers Barack Obama. Die Mehrzahl der Forschungsinstitute meldet einen wachsenden Vorsprung des Amtsinhabers. Anfang der Woche hatte zunächst der Nachrichtensender CNN mit einer Umfrage überrascht, nach der der Präsident mit sechs Prozent vor seinem republikanischen Herausforderer Mitt Romney liegt. Weitere Befragungen in den letzten Tagen bestätigten zumindest in der Tendenz einen grösser werdenden Vorsprung Obamas.

Nach einer von Sender CBS und der «New York Times» in Auftrag gegebenen Umfrage hat Romney inzwischen auch seinen Kompetenzvorsprung bei der Wirtschaftspolitik verloren. Demnach liegt erstmals seit Monaten bei einem grösseren Anteil der Wähler (47 Prozent) der amtierende Präsident bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und der Ankurblung der Wirtschaft vor Romney (46 Prozent). Lediglich im Umgang mit dem Haushaltsdefizit traut demnach noch eine Mehrheit dem republikanischen Bewerber mehr zu, auf allen anderen Feldern bis hin zur Aussenpolitik liegt Obama klar vorne. Und in der Beurteilung der eigenen wirtschaftlichen Lage wie auch der Zukunft des Landes wächst in den Umfragen die Minderheit, die etwas optimistischer nach vorne blickt.

Gute Ergebnisse in den Wechselstaaten

Bedrohlich sind für Romney darüber hinaus die Ergebnisse in Ohio, Virginia und Florida. In allen drei US-Staaten liegt Obama nach jüngsten, von «Wall Street Journal» und NBC dort durchgeführten Umfragen, vorne, in Ohio sogar deutlich mit 50 zu 43 Prozent. Sollte Obama zwei dieser Staaten für sich gewinnen können, ist ihm nach Einschätzung fast aller Wahlforscher der Wiedereinzug ins Weisse Haus kaum noch zu nehmen. Er hätte dann in jedem Fall die notwendige Zahl von Wahlmännern erreicht.

Der offenkundige Meinungsumschwung hat inzwischen eine scharfe Debatte unter den Romney-Befürwortern in der Publizistik ausgelöst. Das «Wall Street Journal», unter den einflussreichen Tageszeitungen der schärfste Obama-Kritiker, veröffentlichte am Wochenende einen Leitartikel, der mit Romney hart ins Gericht geht. «Herr Romney hat deswegen Schwierigkeiten mit seiner Botschaft zur Wirtschaft, weil er sich offensichtlich bislang nicht die Zeit genommen hat, diese festzulegen», heisst es darin. Ähnlich argumentiert die eher den Republikanern zugeneigte «Washington Post», die Romney nahelegt, «mehr Substanz und weniger Schlagworte» zu liefern.

Unruhen im Nahen Osten kommen Obama zugute

Die Demokraten dagegen zeigen sich geschlossen. Sie starteten einen neuen aggressiven Werbespot, der Romney als Vertreter der Multimillionäre und Verfechter einer bereits gescheiterten Wirtschaftsphilosophie darstellt. «Die wollen zurück zu der alten Politik, die uns überhaupt in diese Schwierigkeiten brachte», sagt darin der frühere Präsident Bill Clinton. Clinton, dessen grosse Popularität ungebrochen bleibt, unterstützt darüber hinaus mit einer Reihe von viel beachteten Auftritten, beispielsweise in Florida, den Präsidenten.

Auch die jüngsten Unruhen im Nahen Osten haben die Position des Präsidenten eher verbessert. Romneys Attacken auf die Aussenpolitik Obamas zeigten keine Wirkung. Unter den Republikanern gibt es offensichtliche Meinungsverschiedenheiten bei der Beurteilung der Lage. Senator John McCain, der Obama vor vier Jahren unterlegen war, bleibt ein entschiedener Befürworter des arabischen Frühlings, während nicht wenige Republikaner den Zeiten nachtrauern, in denen Autokraten wie Hosni Mubarak oder Diktatoren wie Muammar al-Ghadhafi berechenbare Faktoren waren.

(dapd)

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