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Maduro lässt Oppositionsführer jagen

«Stelle dich, Feigling»: Nach heftigen Ausschreitungen und dem Tod dreier Demonstranten gibt Venezuelas Präsident einem seiner Gegner die Schuld. Vor allem Studenten stellen sich ihm aber weiterhin entgegen.

Ein Demonstrant wirft eine Gaspetarde zurück zu den Polizisten. (15. Februar 2014)
Ein Demonstrant wirft eine Gaspetarde zurück zu den Polizisten. (15. Februar 2014)
Reuters
In Venezuelas Hauptstadt Caracas liefern sich Polizisten ...
In Venezuelas Hauptstadt Caracas liefern sich Polizisten ...
Carlos Garcia Rawlins, Reuters
Dieser spricht von einem von den USA unterstützen «faschistischen» Komplott, um ihn von der Macht zu putschen.
Dieser spricht von einem von den USA unterstützen «faschistischen» Komplott, um ihn von der Macht zu putschen.
AP Photo/Alejandro Cegarra, Keystone
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Schwere Ausschreitungen haben erneut Caracas erschüttert. Rund 3000 Gegner des Präsidenten gingen im Osten der Stadt der venezolanischen Hauptstadt auf die Strasse und demonstrierten gegen Kriminalität, steigende Preise und Warenknappheit. Hunderte Studenten lieferten sich dabei eine Strassenschlacht mit der Polizei. Sie forderten die Freilassung von rund hundert Oppositionsaktivisten, die bei Protesten am Mittwoch festgenommenen worden waren. Bei Zusammenstössen zwischen Regierungsanhängern und -gegnern am Mittwoch waren zwei oppositionelle Studenten und ein Maduro-Anhänger durch Schüsse getötet worden.

Nach Aussage des Bezirksbürgermeisters von Chacao, wo die Proteste am Samstag stattfanden, hätten sich die Demonstranten bei der Blockade einer Schnellstrasse friedlich verhalten, bis die Polizei Tränengas eingesetzt habe. Die Studenten warfen daraufhin mit Steinen auf die Beamten. Zehn Personen wurden verletzt, erklärte der Bürgermeister später.

«Wir werden nicht in die Knie gehen»

«Wir werden nicht in die Knie gehen», sagte Studentenführer Juan Requesen. «Wir werden weiter auf die Strassen gehen, für Venezuela kämpfen und für die Jugend, die ein demokratisches Land will, mit freien Medien, die nicht zensiert sind oder sich selbst zensieren, mit Gerechtigkeit und Gleichheit.»

Präsident Nicolás Maduro forderte derweil den per Haftbefehl gesuchten Oppositionspolitiker Leopoldo López zur Aufgabe auf. «Stelle dich, Feigling», sagte der Staatschef am Samstag bei einer Kundgebung vor Tausenden Anhängern in der Hauptstadt Caracas. Die Regierung macht López für Anti-Regierungs-Demonstrationen am Mittwoch verantwortlich, bei denen drei Menschen ums Leben kamen.

López «hat all diesen gewalttätigen Kindern, die er ausgebildet hat, befohlen, das Büro der Staatsanwaltschaft und halb Caracas zu zerstören und versteckt sich danach», sagte Maduro. Er sprach von einem von den USA unterstützen «faschistischen» Komplott, um ihn von der Macht zu putschen.

Am 12. Februar sei ein Haftbefehl gegen López ausgestellt worden, sagte Maduro. Der Oppositionelle ist seit einer Pressekonferenz am Mittwochabend nicht mehr gesehen worden.

López, ein ehemaliger Bürgermeister, ist der bekannteste einer Gruppe von oppositionellen Hardlinern, die auch die Führungsrolle des zweimaligen Gegners Maduros bei Präsidentschaftswahlen, Henrique Capriles, infrage stellen.

AP/mw

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