Zum Hauptinhalt springen

Krieg, Steuern und persönliche Fehler

In einer kalifornischen Megakirche hatten Barack Obama und John McCain erstmals einen gemeinsamen öffentlichen Auftritt.

Begegnung auf der Wahlkampfbühne: «Erfreut, Sie zu sehen».
Begegnung auf der Wahlkampfbühne: «Erfreut, Sie zu sehen».
Keystone

Bei ihrer Begegnung in der Saddleback Church in Kalifornien schüttelten sich die beiden Politiker am Samstagabend die Hand und klopften sich auf die Schulter. «Erfreut, Sie zu sehen», sagte Obama. «Erfreut, Sie zu sehen», antwortete McCain. Beide traten ohne Krawatte auf.

Nacheinander und getrennt liessen sich die beiden Kandidaten vom populären Prediger Rick Warren jeweils eine Stunde zu ihren politischen Vorstellungen und ihren Werten befragen. Zur Sprache kamen unter anderem der Irak-Krieg, die Sicherheits- und die Finanzpolitik sowie religiöse Themen.

McCain jagt bin Laden

Obama kündigte an, dass er als Präsident Steuererhöhungen für Familien realisieren wolle, die über 150'000 Dollar verdienen. Steuererhöhungen seien notwendig, um die marode Infrastruktur in den USA zu verbessern und um bessere Schulen zu haben.

McCain will als US-Präsident den Terroristenführer Osama bin Laden «bis zu den Toren der Hölle jagen» lassen und ihn seiner Strafe zuführen. McCain nannte den extremistischen Islam eine «Herausforderung des 21. Jahrhunderts».

Der Republikaner versprach, die Terrororganisation Al Kaida zu bekämpfen, bis sie völlig besiegt sei. Die USA müssten überall in der Welt dafür einstehen, dass Freiheit und Menschenrechte verteidigt würden.

Öffentliche Beichte

Befragt nach seinen schwersten moralischen Verfehlungen sagte Obama vor den rund 2000 Zuhörern, er habe sich in manchen Zeiten «schwerwiegenden Egoismus» zu Schulden kommen lassen. Ausserdem habe er in der Vergangenheit Drogen genommen. «Ich hatte eine schwierige Jugend», führte der Senator von Illinois aus.

Befragt nach der grössten moralischen Verfehlung der USA zu seinen Lebzeiten kritisierte Obama, dass sein Land sich immer noch nicht an den Grundsatz Jesu Christi «Was Ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt Ihr mir getan» halte.

Sein Rivale McCain bezeichnete das Scheitern seiner ersten Ehe als sein grösstes moralisches Versagen. Er sei damals «eine sehr unvollkommene Person» gewesen, sagte er. Das grösste Versagen der USA bestehe vielleicht darin, «dass wir uns nicht grösseren Dingen gewidmet haben als unseren eigenen Interessen».

Fragen der Moral

Obama und McCain wurden auch zu den Themen Ehe von Homosexuellen und Abtreibung befragt. Obama wollte sich nicht festlegen, ab wann ein Embryo Menschenrechte habe. Der Abtreibungsgegner McCain antwortete hingegen ohne Zögern: «Vom Beginn der Empfängnis.»

Beim Publikum ernteten beide Politiker immer wieder Applaus. Vor der Kirche demonstrierten sowohl Abtreibungsgegner wie auch Kritiker des Irak-Kriegs.

SDA/grü

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch