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Kolumbien und Farc besiegeln Waffenstillstand

Nach über 50 Jahren Bürgerkrieg haben die Regierung und die linke Guerillaorganisation auf Kuba ein historisches Abkommen unterzeichnet.

Voraussetzung für einen Friedensvertrag erfüllt: Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos, Kubas Staatschef Raul Castro und Farc-Chef Rodrigo Londono (von links). (23. Juni 2016)
Voraussetzung für einen Friedensvertrag erfüllt: Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos, Kubas Staatschef Raul Castro und Farc-Chef Rodrigo Londono (von links). (23. Juni 2016)
Alejandro Ernesto, Keystone

Mehr als 200'000 Tote forderte der über 50 Jahre dauernde Bürgerkrieg in Kolumbien. Heute haben die Regierung und die linke Guerillaorganisation Farc einen Waffenstillstand geschlossen. Das Abkommen wurde in der kubanischen Hauptstadt Havanna unterzeichnet.

Unterhändler beider Seiten unterzeichneten im Beisein von Präsident Juan Manuel Santos und Farc-Chef Rodrigo Londono alias «Timochenko» das Abkommen.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon, der Präsident des UNO-Sicherheitsrats, François Delattre, sowie der Präsident der UNO-Vollversammlung, Mogens Lykketoft, nahmen an der Zeremonie teil. Auch Venezuelas Präsident Nicolas Maduro, Chiles Staatschefin Michelle Bachelet, Mexikos Präsident Enrique Pena Nieto und der salvadorianische Staatschef Salvador Sanchez Ceren waren für die Vertragsunterzeichnung auf die Karibikinsel gereist.

Mit Politik zum Ziel

In dem Abkommen verpflichten sich die Rebellen, die Waffen niederzulegen und künftig mit politischen Mitteln für ihre Ziele zu kämpfen. Im Gegenzug sollen Militär und Polizei die demobilisierten Guerilleros beschützen. Als die Farc in den 1980er Jahren mit der Union Patriotica bereits einmal die politische Bühne betrat, töteten rechte Paramilitärs Tausende ihrer Mitglieder.

Der Waffenstillstand gilt als Voraussetzung für einen Friedensvertrag, über den beide Seiten seit Ende 2012 verhandeln. Im Bürgerkrieg zwischen linken Guerillagruppen, rechten Paramilitärs und den Streitkräften wurden in dem südamerikanischen Land seit Anfang der 1960er Jahre rund 220'000 Menschen getötet.

Der Friedensvertrag könnte nun zügig unterzeichnet werden. Die Unterhändler einigten sich bereits auf eine Übergangsjustiz, Sozialprogramme sowie die politische Beteiligung der Guerilla. Präsident Santos sagte zuletzt, die Verhandlungen könnten bis zum kolumbianischen Unabhängigkeitstag am 20. Juli abgeschlossen sein.

Friedensabkommen wird in der Schweiz aufbewahrt

Das Schlussabkommen zur Beendigung des Konflikts und zum Aufbau eines dauerhaften Friedens in Kolumbien soll in der Schweiz aufbewahrt werden. Darauf hatten sich Kolumbiens Regierung und die Rebellen vor gut einem Monat geeinigt.

Aus einer gemeinsamen Erklärung der kolumbianischen Regierung und der Farc vom 19. Mai geht hervor, dass das Schlussabkommen unmittelbar nach seiner Unterzeichnung dem Schweizerischen Bundesrat zur Aufbewahrung übergeben werden soll. Mit der Aufbewahrung des Abkommens durch die Schweiz wollen die Parteien seiner Bedeutung als besondere Vereinbarung im Rahmen der Genfer Konventionen Rechnung tragen.

Seit 2001 leistete die Schweiz gemäss dem Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) ein umfassendes Engagement zur Förderung des Friedens in Kolumbien und unterstützte den laufenden Friedensprozess in verschiedenen Bereichen.

SDA/nag

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