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Isaac wirbelt Romneys Parteiprogramm durcheinander

Wegen eines Tropensturms soll Mitt Romney bereits am Montag zum Präsidentschaftskandidaten gekürt werden. Nach der Abtreibungsdebatte will der Republikaner den Fokus wieder auf die Wirtschaft lenken.

Macht auch vor Mitt Romney nicht halt: Tropensturm Isaac, im Bild vor der Dominikanischen Republik am 24. August 2012.
Macht auch vor Mitt Romney nicht halt: Tropensturm Isaac, im Bild vor der Dominikanischen Republik am 24. August 2012.

Der Tropensturm Isaac bringt auch das Programm des Parteitags der US-Republikaner in Tampa im US-Staat Florida in Bewegung. Wie das Wahlteam der Konservativen am Freitag bekanntgab, soll Mitt Romney dort am Montag offiziell zum Präsidentschaftskandidaten gekürt werden.

Traditionell geschieht die Nominierung bei den Republikanerparteitagen stets am Mittwoch, einen Tag vor der Ansprache des frisch gekürten Kandidaten. Romney werde seine Rede aber wie erwartet erst am Donnerstag halten, hiess es.

Nach US-Medienspekulationen wollen die Republikaner mit ihrer Programmumstellung Isaac zuvorkommen, der am Sonntag über den Golf von Mexiko ziehen und Kurs auf die US-Südküste mit Florida nehmen soll. Am Freitag war der Sturm knapp unter der Hurrikan-Grenze auf dem Weg zur Karibikinsel Hispaniola mit der Dominikanischen Republik und Haiti.

Romney setzt auf Themenwechsel

Inmitten der jüngsten Abtreibungsdebatte in den USA hat der designierte republikanische Präsidentschaftskandidat wieder Wirtschaft und Energie in den Fokus seines Wahlkampfs zu rücken versucht. Er werde die USA, Kanada und Mexiko bis 2020 unabhängig von Energie-Einfuhren machen, versprach Romney in Hobbs im US-Staat New Mexico vor Wählern. «Das ist kein Luftschloss. Das ist ein erreichbares Ziel», versicherte er. Nach Romneys Vorschlägen sollen allein im Energiesektor drei Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen werden. In den hart umkämpften Staaten Virginia und North Carolina will er bei den Wählern damit punkten, dass weitere Küstengebiete für Ölbohrungen geöffnet werden.

Die Wahlkampfsprecherin von US-Präsident Barack Obama kritisierte den Energieplan Romneys indes als rückständig. Das Ganze sei kein Rezept, um unabhängig von Energie-Importen zu werden, erklärte Lis Smith. «Es ist nur ein weiterer unverantwortlicher Plan, um die Taschen der grossen Ölfirmen mit Geld zu füllen, während die USA weiter zurückfallen und den sauberen Energiesektor China überlassen.» Amtsinhaber Obama selbst konterte bei am Mittwochabend bei einer Spendengala in New York: Unter seiner Regierung sei die Abhängigkeit von ausländischem Öl erstmals seit 13 Jahren unter die Marke von 50 Prozent gesunken, sagte er seinen Unterstützern.

Romney war diese Woche unter Druck geraten, als sein Parteifreund Todd Akin in einem Fernsheinterview erklärte, es sei selten, dass Frauen nach Vergewaltigung schwanger würden. Daher dürfe Abtreibung auch dann keine Option sein. Für Aufregung sorgte vor allem Akins Bemerkung, wonach der Körper der Frau im Falle «legitimer Vergewaltigungen» Möglichkeiten habe, eine Schwangerschaft zu verhindern. Romney distanzierte sich schliesslich von Akin und forderte diesen zum Rückzug als Senatskandidat auf. Einen solchen Schritt hat Akin jedoch bislang kategorisch abgelehnt. Sein Sprecher Steve Taylor sagte derweil, bei Akins Familie und Mitarbeiterstab seien nach dem umstrittenen Interview Drohungen eingegangen. Die Polizei nahm Ermittlungen auf.

Auch Obama wandte sich am Donnerstag im Wahlkampf wieder der Wirtschaft zu. In Fernsehspots trat Expräsident Bill Clinton auf, der an die Wähler appellierte, sie hätten eine «klare Wahl», wie das Land wieder Vollbeschäftigung erzielen könne. Für ihn sei klar, dass das nur mit den Vorschlägen von Obama gehen könne. Der Fernsehspot sollte in acht US-Staaten gezeigt werden, in denen die Kandidaten Kopf an Kopf liegen. Mit dem Auftritt von Clinton will das Obama-Team die Wähler daran erinnern, das die Wirtschaft das letzte Mal stark war, als ein Demokrat im Weissen Haus sass.

SDA/kle

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