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Ihre Kritik gilt auch dem Präsidenten

In mehreren Städten Mexikos demonstrieren Menschen gegen den Umgang des Staates mit der Verschleppung und Tötung Dutzender Studenten.

Sie sehen die Schuld beim Staat: Demonstranten im Bundesstaat Guerrero tragen ein Banner, auf dem sie den Rücktritt von Präsident Peña Nieto fordern. (8. Oktober 2014)
Sie sehen die Schuld beim Staat: Demonstranten im Bundesstaat Guerrero tragen ein Banner, auf dem sie den Rücktritt von Präsident Peña Nieto fordern. (8. Oktober 2014)

In der mexikanischen Stadt Chilpancingo haben mehrere tausend Menschen gegen das Verschwinden von 43 Studenten protestiert. Die Demonstranten blockierten zeitweise die Schnellstrasse, die die Hauptstadt des Bundesstaates Guerrero mit dem Ferienparadies Acapulco verbindet.

Auch in der Hauptstadt Mexiko-Stadt gab es Proteste gegen den Umgang der staatlichen Stellen mit dem Fall. Die Studenten waren von der Polizei festgenommen worden, ein Teil von ihnen wurde offenbar im Zusammenhang mit Verstrickungen mit Drogenkartellen umgebracht.

Behörden verschliessen die Augen

Kommilitonen und Angehörige machten derweil die Regierung für die Tat verantwortlich. «Wir schreiben die Verschleppung unserer Kollegen dem Staat zu», sagte Studentenvertreter Omar García.

Der Sprecher der Menschenrechtsorganisation Amnesty International, Perseo Quiroz, sagte, die mexikanischen Behörden würden seit mehr als einem Jahrzehnt die Augen verschliessen, wenn Menschen verschwinden oder ihnen Gewalt angetan werde.

Nach Zusammenstössen zwischen Studenten und der örtlichen Polizei vor knapp zwei Wochen waren in Iguala 43 junge Leute verschwunden. In fünf Massengräbern vor den Toren der Stadt entdeckten die Ermittler mittlerweile 28 zum Teil verbrannte Leichen.

Polizei soll mitbeteiligt sein

Zwei Mitglieder der Verbrecherorganisation «Guerreros Unidos» räumten den Mord an 17 Studenten ein, auch Polizisten sollen in die Tat verwickelt sein. Ob es sich bei den Toten tatsächlich um die Verschleppten handelt, ist bislang unklar.

Ein Teil der Angehörigen geht davon aus, dass zahlreiche Studenten noch leben. Der Bürgermeister von Iguala, José Luis Abarca, ist seit Tagen nicht mehr gesehen worden.

SDA/rar

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