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Hollande in Havanna

Hollandes Reise nach Kuba ist die erste Visite eines westlichen Staatschefs seit dem im Dezember angekündigten Neustart zwischen Kuba und den USA. Dabei wurde er auch von Fidel Castro empfangen.

Werben für eine Annäherung zwischen Kuba und der EU: Der französische Präsident François Hollande und der kubanische Vizepräsident Miguel Díaz-Canel winken in Havanna der Menge zu. (11. Mai 2015)
Werben für eine Annäherung zwischen Kuba und der EU: Der französische Präsident François Hollande und der kubanische Vizepräsident Miguel Díaz-Canel winken in Havanna der Menge zu. (11. Mai 2015)
Stringer, Reuters

Frankreichs Staatschef François Hollande ist vom früheren kubanischen Präsidenten Fidel Castro in Havanna empfangen worden. Das bestätigte der Élysée-Palast in Paris der Deutschen Presse-Agentur. Hollande und Castro seien am Nachmittag in der Residenz von Castro zusammengekommen, hiess es. Nähere Informationen gab es zunächst nicht.

Castro hatte nach einer schweren Erkrankung 2008 seine politischen Ämter endgültig niedergelegt. Seitdem zeigt sich der 88-Jährige nur selten in der Öffentlichkeit und empfängt auch kaum internationale Besucher. Hollandes Besuch in dem sozialistischen Karibikstaat war die erste Visite eines westlichen Staatschefs nach dem im Dezember angekündigten Neustart der Beziehungen zwischen Kuba und den USA.

Kurz nach dem Treffen mit Fidel wollte sich Hollande mit Raúl Castro treffen, der 2008 das Präsidentenamt von seinem damals schwer kranken Bruder Fidel übernommen hatte.

«Wichtig, dass Europa dabei ist»

Zuvor hatte sich François Hollande für eine Annäherung der Europäischen Union an den sozialistischen Karibikstaat eingesetzt. Hollande plädierte am Montag auch für ein Ende der langjährigen US-Wirtschaftssanktionen gegen die Insel. Frankreich wolle an der kubanischen Öffnung zur Welt teilnehmen, sagte er beim Auftakt eines eintägigen Aufenthalts in Havanna. Sein Land werde alles tun, um zum Ende des seit den 1960er Jahren bestehende US-Embargos beizutragen, versicherte Hollande während einer Rede in der Universität von Havanna. Frankreich zählt zu den Staaten, die im UNO-Sicherheitsrat die jährlich wiederkehrende Verurteilung der Handelsblockade unterstützen.

Er glaube, dass viele europäische Anführer seinem Beispiel folgen werden, sagte Hollande. «Ich finde es sehr wichtig, dass Europa dabei ist», fügte er im Hinblick auf Kubas marktwirtschaftliche Reformen der vergangenen Jahre. Hollande will in Havanna auch für die Annäherung zwischen Kuba und der EU werben. Brüssel hatte im April 2014 Verhandlungen mit Havanna über ein Abkommen über politischen Dialog aufgenommen. Damit wolle die EU zu mehr Veränderungen auf der sozialistischen Insel beitragen, hiess es damals. Kuba befinde sich in einer «besonders wichtigen, aber auch unsicheren» Phase, sagte Hollande, der von französischen Wirtschaftsvertretern begleitet wird.

Kuba und die USA hatten Mitte Dezember überraschend eine Wende in ihren seit Jahrzehnten schwer belasteten Beziehungen verkündet. Beide Länder wollen bald Botschaften in Washington und Havanna eröffnen. Seit Beginn der bilateralen Verhandlungen im Januar traten bereits eine Reihe von Reise- und Handelserleichterungen in Kraft. US-Präsident Barack Obama rief den US-Kongress zur Aufhebung des Embargos auf. In den von den Republikanern dominierten Parlamentskammern trifft er mit seiner Forderung aber auf Widerstand.

SDA/thu

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