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Gewaltdemonstration gegen Morales

In Bolivien droht Präsident Evo Morales die Kontrolle über die von der Opposition dominierten Regionen zu verlieren.

Strassenkrawall in Santa Cruz: Einrichtungen der Zentralregierungen werden angegriffen.
Strassenkrawall in Santa Cruz: Einrichtungen der Zentralregierungen werden angegriffen.
Keystone

Anhänger der Autonomiebewegung in der Stadt Santa Cruz 900 Kilometer östlich von La Paz vertrieben Polizisten und Soldaten, die die regionale Steuerbehörde bewachen sollten. Die Polizisten seien angesichts der Übermacht über die Dächer geflüchtet, andere Beamte seien von der Menge verprügelt worden, berichteten nationale Medien am Mittwoch. Ähnliche Entwicklungen wurden auch aus den anderen oppositionellen Regionen Tarija, Beni und Pando gemeldet.

«Beginn eines zivilen Staatsstreichs»

Der Kabinettschef Alfredo Rada bezeichnete die Ereignisse als «Beginn eines zivilen Staatsstreichs, der gegen die Demokratie» gerichtet sei. Anhänger von Morales forderten unterdessen bei einer Demonstration in La Paz, dem Sitz der Regierung, ein härteres Durchgreifen des Staates gegen gewaltbereite Gruppen in den Regionen.

Dort wird seit mehr als zwei Wochen gegen die Einziehung der Steuern aus der Erdgasproduktion durch den Zentralstaat protestiert, der damit eine Rente für alle Bolivianer über 60 Jahren finanziert. Am Dienstag unterbrachen Demonstranten auch die Erdgasexporte nach Brasilien.

Gegen Verteilung des Wohlstands

Kern des Konflikts zwischen der Indio-Mehrheit unter Führung von Morales und den wohlhabenderen Nachfahren europäischer Einwanderer ist der Versuch der Regierung, den Wohlstand aus dem rohstoffreichen Osten und Süden des Landes zugunsten der vor allem im westlichen Hochland lebenden Indios umzuverteilen. Sie werden seit Jahrhunderten benachteiligt. Die Gegner der Regierung werfen dem Indio-Präsidenten Morales vor, er wolle die Indios privilegieren und sich selbst an der Macht halten.

SDA/cpm

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