Flugtickets für die Jihad-Reise schon in der Tasche

Die US-Behörden haben drei mutmassliche Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat gefasst. Eine Mutter ist fassungslos.

Nach Ermittlungen der Behörden standen die drei jungen Männer kurz vor dem Eintritt in den Kampf um den IS: Ein IS-Kämpfer hält eine Waffe und eine Flagge in Mosul. (23.06.2014)

Nach Ermittlungen der Behörden standen die drei jungen Männer kurz vor dem Eintritt in den Kampf um den IS: Ein IS-Kämpfer hält eine Waffe und eine Flagge in Mosul. (23.06.2014)

(Bild: Reuters)

Zwei Männer hatten schon Tickets in die Türkei, der dritte soll finanziell geholfen haben. Nun werden alle drei in den USA wegen Unterstützung des Islamischen Staats festgehalten.

Der 19-jährige kasachische Staatsbürger wurde den Angaben zufolge am Internationalen Flughafen John F. Kennedy in New York gefasst. Dort habe er versucht, einen Flug nach Istanbul zu nehmen, hiess es. Es wird vermutet, dass er von der Türkei nach Syrien reisen wollte. Zudem soll der Verdächtige in den USA mit einem Angriff auf Präsident Barack Obama und einem Bombenanschlag in Brooklyn gedroht haben.

Ein 24-jähriger Usbeke, der für März ebenfalls ein Ticket nach Istanbul hatte und wohl ebenfalls nach Syrien wollte, wurde den Angaben zufolge in Brooklyn festgenommen. Die beiden Männer erschienen kurz vor einem New Yorker Gericht und kamen dann ohne Option einer Freilassung gegen Kaution in Untersuchungshaft.

Der dritte Verdächtige ist ein 30-jähriger Usbeke, der in Florida gefasst wurde. Er soll den Kasachen finanziell unterstützt haben. Alle drei lebten in Brooklyn. Der offizielle Vorwurf gegen das Trio lautet auf Verschwörung zur Unterstützung einer Terrororganisation. Darauf stehen bis zu 15 Jahre Haft.

Sie schauten sich gemeinsam Terrortraining-Videos an

Ermittler erklärten, der 24-jährige Usbeke sei den Behörden schon im August aufgefallen, weil er sich auf einer usbekisch-sprachigen Webseite zum Islamischen Staat bekannt habe. Er sei mit dem festgenommenen Kasachen befreundet gewesen. Sie hätten sich darüber ausgetauscht, wie sie ins Ausland reisen könnten. Gerichtsakten zufolge schauten der 19-jährige Kasache und ein Informant gemeinsam Videos von IS-Trainingslagern in Syrien an.

Dem Informanten sagte der junge Mann demnach im September, dass er in den Jihad in Syrien zu ziehen gedenke. Doch habe seine besorgte Mutter seinen Reisepass eingezogen. Er habe sie daher angelogen und erklärt, er wolle in Usbekistan Verwandte besuchen, hiess es weiter. Der Anwalt des 19-jährigen Verdächtigen, Adam Perlmutter, beschrieb seinen Mandaten indes als «junges, unschuldiges Kind.» Er werde auf nicht schuldig plädieren, sagte Perlmutter weiter.

Der 30-jährige Usbeke betrieb in Florida kleine Läden zur Reparatur von Telefonen, in denen auch Haushaltswaren verkauft werden. Er gab dem Kasachen im vergangenen Herbst und Winter einen Job. Den Behörden zufolge soll er dem 19-jährigen darüber hinaus finanzielle Unterstützung für seine Reise zugesagt haben.

Ebenso wie europäische Länder sorgen sich die USA, dass Extremisten sich den Kämpfern des IS anschliessen und später radikalisiert zurückkommen und Gewaltakte verüben könnten. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 20 Personen festgenommen, weil sie ins Kriegsgebiet nach Syrien reisen wollten.

rsz/sda

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