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Die braune Wolke ist verschwunden

Der Konzern BP hat den Ölaustritt im Golf von Mexiko nach eigenen Angaben zum ersten Mal seit Beginn der Katastrophe stoppen können. Doch jetzt beginnt das bange Warten.

Am 2. Mai kommt US-Präsident Barack Obama in die Unglücksregion, um sich selber ein Bild zu machen.
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Reuters
Shrimpboat-Kapitäne versuchen verzweifelt, den Schaden für ihre Fanggründe einzudämmen.
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Reuters
18. Februar 2011: BP kritisiert den Verwalter des Entschädigungsfonds Kenneth Feinberg. Die künftigen Schadenersatzforderungen seien zu hoch angesetzt.
18. Februar 2011: BP kritisiert den Verwalter des Entschädigungsfonds Kenneth Feinberg. Die künftigen Schadenersatzforderungen seien zu hoch angesetzt.
Keystone
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Am Golf von Mexiko beobachtet man gebannt die Bilder der Tiefseekameras: Nachdem es BP am Donnerstag erstmals seit Beginn der Ölpest vor knapp drei Monaten gelungen ist, das defekte Bohrloch wieder zu schliessen, wird sich nun in den nächsten 48 Stunden zeigen, ob die Auffangeinrichtung dauerhaft dem Druck des Öls standhält. Seit Beginn der Katastrophe sind Schätzungen zufolge schon bis zu 700 Millionen Liter Öl ins Meer geflossen.

Die vorläufige Erfolgsmeldung von BP kam exakt 85 Tage, 16 Stunden und 25 Minuten nach der ersten Explosion auf der Bohrinsel «Deepwater Horizon» am 20. April, mit der die Katastrophe begann und bei der elf Arbeiter getötet wurden. Dabei hatte es am Donnerstag zunächst wieder einmal nicht gut ausgesehen. Der Beginn der Arbeiten musste verschoben, weil eine der von dem Bohrloch zur Meeresoberfläche aufsteigenden Leitungen defekt war. Danach konnten aber an der neuen Auffangvorrichtung alle drei Ventile geschlossen.

Keine dauerhafte Lösung

Tests sollten nun zeigen, ob die Vorrichtung dem Druck standhält. In den kommenden bis zu 48 Stunden wird gemessen, ob die neue Abdichtung dem Druck des hervorsprudelnden Öls standhält. Hoher Druck wäre dabei ein gutes Zeichen, weil er darauf hindeuten würde, dass sich das Öl tatsächlich in dem Trichter sammelt. Niedrigere Messwerte würden bedeuten, dass es ein Leck irgendwo weiter unten im Bohrkanal gibt.

Eine dauerhafte Lösung ist der Trichter aber nicht: Um den Austritt des Öls endgültig zu stoppen, treibt der Konzern derzeit zwei Entlastungsbohrungen voran. Bis diese erfolgreich sind, können aber noch Wochen vergehen.

Von Zeit zu Zeit wieder geöffnet

Zur grossen Erleichterung von Millionen Menschen am Golf von Mexiko verschwand am Donnerstag aber erstmals die braune Wolke, die auf den Live-Videos vom defekten Bohrloch seit Beginn des Unglücks ständig zu sehen war. BP mahnte aber, noch nicht allzu optimistisch zu sein. Denn selbst wenn die Anlage zwei Tage lang hält, werden die Ventile von Zeit zu Zeit wieder geöffnet werden.

Ingenieure nehmen dann seismische Messungen vor, um sicher zu gehen, dass Öl und Gas nicht aus der Quelle in das Gestein entweichen, erklärte der Beauftragte von US-Präsident Barack Obama, Thad Allen. Obama sprach von einem positiven Signal, mahnte aber: Wir sind noch in der Testphase.»

afp/dapd/sda/bru

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