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Der Terrorist, der im Pentagon zu Mittag ass

Der radikalislamische Prediger Anwar al Aulaqi ist ein gesuchter Terrorist. Einst empfingen ihn aber die Verantwortlichen im US-Verteidigungsministerium – ohne zu wissen, wen sie vor sich hatten.

Von den USA zur Tötung freigegeben: Anwar al Aulaqi, hier auf einem Fahndungsbild des US-Geheimdienst vom September.
Von den USA zur Tötung freigegeben: Anwar al Aulaqi, hier auf einem Fahndungsbild des US-Geheimdienst vom September.
AFP

Kurz nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 ist der radikalislamische Prediger Anwar al Aulaqi zu einem Mittagessen im US-Verteidigungsministerium empfangen worden. Die Einladung des US-jemenitischen Geistlichen, der inzwischen mit dem Terrornetzwerk al-Qaida in Verbindung gebracht wird, sei ein Versuch des Pentagon gewesen, nach den Anschlägen mit der muslimischen Gemeinschaft in Kontakt zu treten, sagte Ministeriumssprecher Dave Lapan der Nachrichtenagentur AFP.

«Nach unserem bisherigen Verständnis handelte es sich um einen informellen Kontakt des Verteidigungsministeriums, um nach 9/11 ein besseres Verständnis des Islam zu bekommen,» sagte Lapan. Er bestätigte damit einen Bericht des US-Senders Fox News, wonach sich der inzwischen zur gezielten Tötung freigegebene Prediger mit Offizieren der US-Armee und Ministeriumsvertretern im Pentagon getroffen hatte.

Vom Imam «beeindruckt»

Fox News zitierte als Quelle das FBI. Demnach sagte eine Pentagon-Angestellte der US-Bundespolizei im vergangenen Jahr, sie habe die Einladung Aulaqis vorgeschlagen, nachdem sie einen seiner Auftritte verfolgt hatte. Sie sei von dem Imam «beeindruckt» gewesen, hiess es in einem FBI-Dokument, das Fox News ins Internet stellte. Er habe al-Qaida und die Terroranschläge verurteilt.

Die Pentagon-Angestellte wurde vom FBI im Zuge der Ermittlungen zum Amoklauf des US-Offiziers Nidal Hasan befragt, der im November auf dem Armeestützpunkt Fort Hood 13 Soldaten getötet hatte. Aulaqi soll mit dem Täter in Kontakt gestanden haben. Die USA sehen in dem Prediger eine der Schlüsselfiguren des Terrornetzwerks al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel. Er war bereits nach den Anschlägen vom 11. September wegen seiner mutmasslichen Kontakte zu den Attentätern ins Visier des FBI geraten. Davon wusste das Verteidigungsministerium zum damaligen Zeitpunkt aber offenbar noch nichts.

AFP/miw

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