Zum Hauptinhalt springen

Der bleierne Schatten

Für Italiener ein Terrorist, für Franzosen ein Künstler: Cesare Battisti, einst Linksextremist und heute Krimiautor, wartet in Brasilien auf seine Freilassung. Eine bizarre Odyssee im Dunst der Doppelmoral.

Ironie des Schicksals: Cesare Battisti ist im wahren Leben wie auch in der literarischen Fiktion mit dem Tod vertraut. Aufnahme von 2002.
Ironie des Schicksals: Cesare Battisti ist im wahren Leben wie auch in der literarischen Fiktion mit dem Tod vertraut. Aufnahme von 2002.
Keystone

Es gibt wohl nicht viele Häftlinge, die ein Gefängnis in Südamerika einer Anstalt in Europa vorziehen. Der Italiener Cesare Battisti ist so einer. Er sitzt in Brasilien im Gefängnis Papuda in der Hauptstadt Brasília und dort in einem Flügel für privilegierte Insassen mit eigener Dusche. Seit drei Jahren schon. Seit sie ihn 2007 nach langer Flucht verhaftet haben. Battisti sagt, eher würde er sterben wollen, als sich in eine Zelle in Italien, seiner Heimat, verlegen zu lassen. Ja, eher würde er sich umbringen. Und wahrscheinlich muss man die Warnung ernst nehmen.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.