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«Das ist einfach kein gesunder Menschenverstand»

US-Präsident Obama holt auf seiner Bustour durch den Mittleren Westen zum Gegenschlag aus. In einer Rede attackiert er die Republikaner. Warren Buffetts Äusserungen verleihen ihm zusätzlich Rückenwind.

Der nächste Stopp: US-Präsident Barack Obama in Peosta, Iowa. (16. August 2011).
Der nächste Stopp: US-Präsident Barack Obama in Peosta, Iowa. (16. August 2011).
Reuters
Auf Stimmenfang: US-Präsident Barack Obama in einem Cafe in guttenberg, Iowa. (16. August 2011)
Auf Stimmenfang: US-Präsident Barack Obama in einem Cafe in guttenberg, Iowa. (16. August 2011)
Reuters
Die Reise geht an die Substanz: erschöpfter Barack Obama. (15. August 2011)
Die Reise geht an die Substanz: erschöpfter Barack Obama. (15. August 2011)
Reuters
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US-Präsident Barack Obama ist mit einer dreitägigen Bustour durch den Mittleren Westen der USA inoffiziell in den Wahlkampf eingestiegen. Auf einer Veranstaltung im US-Staat Minnesota griff er am Montag die Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der republikanischen Partei wegen deren Haltung gegen Steuererhöhungen an. «Das ist einfach kein gesunder Menschenverstand», sagte Obama mit Blick auf die Schuldenverhandlungen. Notwendig sei eine ausgeglichene Herangehensweise. Am Dienstag wollte Obama für Massnahmen in der Agrarpolitik werben, um die Schaffung von Arbeitsplätzen anzukurbeln.

US-Präsident Barack Obama hat zudem ein Programm zur Förderung der schwachen Konjunktur angekündigt. Er werde dem Kongress im September einen sehr spezifischen Plan vorlegen, sagte er in Iowa. Ziel dieses Plans sei, das Wirtschaftswachstum zu stärken, Arbeitsplätze zu schaffen und das Defizit unter Kontrolle zu bekommen», sagte Obama. Der Demokrat tritt 2012 zur Wiederwahl an.

Zuspiel von Buffett

Dankbar nahm er dabei den Ball auf, den ihm der US-Milliardär Warren Buffett mit seiner Forderung nach einer Steuererhöhung für die Superreichen zugespielt hatte. Die Bürger in den kleinen Städten der USA verdienten sicherlich nicht so viel wie Buffett, sagte er in Minnesota. «Aber sie zahlen mehr als er.»

Mit exakt diesem Vergleich hatte der Buffett gestern in der «New York Times» gefordert, es sei höchste Zeit, die Opfer zur Finanzierung des Staates und den dringlichen Schuldenabbau gerechter zu verteilen. Sein Steueraufkommen mache 17,4 Prozent seines Einkommens aus, schrieb der 80-jährige Buffett.

Seine 20 Mitarbeiter müssten aber mit 33 bis 42 Prozent einen deutlich höheren Anteil berappen. «Meine Freunde und ich sind lange genug von einem Milliardärs-freundlichen Kongress verhätschelt worden. Es ist Zeit, dass die Regierung mit der Verteilung der Opfer Ernst macht.»

Breites Echo ausgelöst

Der Aufruf löste landesweit ein breites Echo aus. Bis zum Nachmittag war der Artikel das am meisten diskutierte Thema im Internet-Dienst Twitter und fast 55'000 Menschen nahmen an einer Umfrage der Online-Seite MSNBC dazu teil. 95 Prozent stimmten dabei Buffett zu. Obama fordert Steuererhöhungen für die Reichen, ist daran aber zuletzt an den Republikanern gescheitert, die die Mehrheit im Repräsentantenhaus stellen und mit der Forderung «Weniger Staat» in den Wahlkampf ziehen.

dapd/ sda/jak

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