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Clinton bekräftigt, dass iranischer Atomphysiker frei ausreisen darf

Vor einem Jahr verschwand ein iranischer Atomforscher unter mysteriösen Umständen in Mekka. Nun ist er in Washington in die pakistanische Botschaft geflüchtet und will in den Iran zurück.

Ein ungeklärter Fall: Die Bilder vom staatlichen iranischen Fernsehen zeigen die einzigen Bilder von Atomforscher Schahram Amiri.
Ein ungeklärter Fall: Die Bilder vom staatlichen iranischen Fernsehen zeigen die einzigen Bilder von Atomforscher Schahram Amiri.

Vor dem Hintergrund von Entführungs-Vorwürfen aus Teheran haben die USA dem iranischen Atomphysiker Schahram Amiri ausdrücklich die Rückkehr in sein Heimatland freigestellt. Amiri sei «aus freien Stücken» in den USA und könne jederzeit ausreisen, sagte ein Aussenamtssprecher in Washington. Dies bestätigte US-Aussenministerin Hillary Clinton am Dienstag ebenfalls.

Gemäss US-Ministeriumssprecher Philip Crowley habe Amiri ursprünglich am Montag in den Iran zurückkehren wollen, habe die Reise aber aus organisatorischen Gründen nicht antreten können. Iranische Medien hatten zuvor gemeldet, Amiri sei in Irans Interessenvertretung in Washington geflohen. Der Sprecher wollte ausdrücklich keinen Kommentar zu US-Medienberichten abgeben, wonach der Atomphysiker ein Überläufer sei und mit dem US-Geheimdienst CIA zusammenarbeite.

Iran beharrt darauf, dass Amiri von den USA entführt wurde

Das iranische Staatsfernsehen hingegen bekräftigte am Dienstag die offizielle Teheraner Darstellung, wonach Amiri vom US-Geheimdienst entführt worden sei. Er wolle «so schnell wie möglich» in den Iran zurückkehren, sagte ein Mann, der als Amiri vorgestellt wurde, in einem Telefoninterview.

Er sei in den vergangenen 14 Monaten einem «bedeutenden psychologischen Druck» ausgesetzt und von «bewaffneten Männern» bewacht worden. Die USA hätten vorgehabt, ihn heimlich zurück in den Iran zu schicken, sagte Amiri.

Im Juni 2009 verschwunden

Wo er festgehalten worden sei oder wie es ihm gelungen sei, in die iranische Vertretung in Washington zu gelangen, sagte er nicht. Seit dem Abbruch der Beziehungen zwischen dem Iran und den USA vor 30 Jahren wird die Vertretung iranischer Interessen in Washington von der Botschaft Pakistans wahrgenommen.

Amiri war im Juni 2009 nach der Ankunft zu einer Pilgerreise in Saudiarabien verschwunden. Iranischen Medienberichten zufolge erforschte er an einer den iranischen Revolutionsgarden gehörenden Universität Radioisotope für den medizinischen Einsatz.

Das iranische Fernsehen strahlte Anfang Juni ein Video aus, in dem ein Mann, der sich als Amiri ausgab, beteuerte, vom US-Geheimdienst entführt worden zu sein. Wenige Wochen später wurde ein zweites Video veröffentlicht, in dem der selbe Mann angab, «aus den Händen der Agenten des amerikanischen Geheimdienstes» geflohen zu sein und sich im US- Bundesstaat Virginia aufzuhalten.

sda/dapd/mt/jak

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