Trump glaubt, seine Gegner für 2020 schon zu kennen

Der US-Präsident gibt eine Prognose ab, welche Demokraten ihn herausfordern werden: ein «Müder» und ein «Verschlafener».

Trump erklärte, er freue sich schon - ganz egal, wer am Ende gegen ihn antrete.

Trump erklärte, er freue sich schon - ganz egal, wer am Ende gegen ihn antrete.

(Bild: Reuters Carlos Barria)

Im Rennen um die Präsidentschaftsnominierung der Demokraten sieht Amtsinhaber Donald Trump im kommenden Jahr zwei mögliche Kontrahenten vorne: Senator Bernie Sanders und Ex-Vizepräsident Joe Biden.

Dann würden wohl der «Verrückte Bernie Sanders und der Verschlafene Joe Biden als die zwei Finalisten gegen die vielleicht beste Wirtschaft in der Geschichte unseres Landes (und VIELE andere grossartige Dinge)» antreten, twitterte Trump am Dienstag.

«Gott hab' sie selig!»

Sanders führt zumindest beim Spendensammeln das dicht gedrängte Feld der Anwärter auf die Parteinominierung der Demokraten fürs Weisse Haus an: 18 Millionen Dollar hat er schon zusammen. Biden ist bislang zwar nicht offiziell ins Rennen eingestiegen, doch wird seine Kandidatur gemeinhin erwartet.

Trump erklärte, er freue sich schon – ganz egal, wer am Ende gegen ihn antrete. Seinen Tweet beendete er mit den kryptischen Worten: «Gott hab' sie selig!»

Gestern wurde bekannt, dass Trump im Rennen für eine zweite Amtszeit Konkurrenz aus der eigenen Partei bekommt. Der frühere Gouverneur des Ostküstenstaats Massachusetts, Bill Weld, kündigte am Montag seine Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner an. «Amerika hat die Wahl», heisst es in einem von Weld im Kurzbotschaftendienst Twitter veröffentlichten Video. «Ein besseres Amerika beginnt hier.»

Er setzt auf die Unzufriedenheit der Republikaner mit Trumps Stil: Bill Weld. Foto: Reuters

In dem rund zweiminütigen Clip wird auf Erfolge Welds in seiner Zeit als Gouverneur in den 90er-Jahren verwiesen. Zugleich geht das Video hart mit dem Präsidenten ins Gericht: Es thematisiert etwa frühere frauenfeindliche Äusserungen Trumps und sein unerfülltes Wahlversprechen, Mexiko werde für den Bau einer Grenzmauer zahlen.

Der 73-jährige Weld setzt auf die Unzufriedenheit mancher Republikaner mit Trumps Kurs und Stil. Über eine Präsidentschaftsbewerbung hatte er monatelang nachgedacht. Im Februar bezeichnete er den Präsidenten als «Schulhof-Rabauken». Sein aggressives Verhalten lege Trump nur dann ab, wenn er es mit anderen «Rabauken» wie dem russischen Staatschef Wladimir Putin zu tun habe: «Dann wird er schmeichlerisch und strahlt über das ganze Gesicht.»

Weld mit geringen Chancen

Bei den republikanischen Vorwahlen in der ersten Jahreshälfte 2020 wird Weld allerdings einen schweren Stand haben. Eine Gallup-Umfrage von Anfang April ergab, dass Trump von 89 Prozent der Republikaner unterstützt wird.

Weld war vom 1991 bis 1997 Gouverneur von Massachusetts. Als Erfolge seiner damaligen Amtszeit stellt er in seinem Wahlkampfvideo unter anderem heraus, einen ausgeglichenen Haushalt hergestellt, Steuern gesenkt und die Korruption eingedämmt zu haben. Nach seinem Ausscheiden aus dem Gouverneursamt wechselte Weld von den Republikanern zur Libertären Partei, für die er 2016 als Vizepräsidentschaftskandidat antrat. Erst im Februar kehrte er zu den Republikanern zurück.

sda

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt