Perus Ex-Präsident erschiesst sich vor Verhaftung

Alan García ist gestorben. Gegen den Sozialdemokraten lief ein Ermittlungsverfahren wegen Korruption.

Vorwürfe der Korruption: Alan Garcia hat vor Behörden in Lima antraben müssen. (1. August 2017)

Vorwürfe der Korruption: Alan Garcia hat vor Behörden in Lima antraben müssen. (1. August 2017)

(Bild: Keystone ernesto Arias)

Alan García ist an den Folgen eines Suizidversuchs gestorben. Am Mittwochmorgen hatte sich der 69-Jährige in den Kopf geschossen, als ihn Polizisten wegen Korruptionsvorwürfen in Untersuchungshaft nehmen wollten.

Einem Bericht der Zeitung «El Comercio» zufolge klingelten die Einsatzkräfte gegen 6:25 Uhr an Garcías Wohnung in Lima im noblen Stadtteil Miraflores und forderten ihn auf, herunterzukommen, da gegen ihn ein Haftbefehl vorliege. García habe daraufhin seine Anwälte angerufen, danach sei ein Schuss zu hören gewesen.

Sein Anwalt Genaro Velez bestätigte zunächst, dass sein Mandant wegen einer Verletzung im Krankenhaus liege, berichtet die Zeitung. Später äusserte sich eine weitere Anwältin des Präsidenten. Erasmo Reyna sagte, García habe sich in den Kopf geschossen, sein Zustand sei kritisch.

Der Ex-Präsident wurde in das Casimiro-Ulloa-Krankenhaus in Lima eingeliefert, wo er trotz einer Notoperation seinen Verletzungen erlag. Er habe drei Herz- und Atemstillstände erlitten, teilte der Direktor des Krankenhauses mit.

Der Odebrecht-Skandal hat Lateinamerika erschüttert

Alan García war Präsident von 1985 bis 1990 und mit 36 Jahren bei Amtsantritt der damals jüngste Staatschef Lateinamerikas. Ein zweites Mal regierte er von 2006 bis 2011. Dem 69-Jährigen wird Korruption vorgeworfen, gegen ihn läuft derzeit ein Ermittlungsverfahren. Es geht um Bestechung bei einem Zugbauprojekt, in das der brasilianische Konzern Odebrecht verwickelt war.

In den vergangenen Jahren erschütterte der Skandal um den Baukonzern ganz Lateinamerika, gegen Dutzende hochrangige Politiker liefen Bestechungsverfahren an. Allein in Peru werden mehrere Ex-Präsidenten und Präsidentschaftskandidaten beschuldigt, in den Skandal verwickelt zu sein. Der ehemalige Staatschef Pedro Pablo Kuczynski etwa musste im März vergangenen Jahres zurücktreten.

Die Polizei rückte am Mittwoch nicht nur García zu Leibe, sondern auch Luis Nava, der ihm zu dessen Präsidentenzeiten als Generalsekretär diente. Nava wurde festgenommen, ebenso wie Miguel Atala, der ehemalige Vizepräsident des Ölkonzerns Petroperú.

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