Zum Hauptinhalt springen

6000 Flüchtlinge gerettet – an einem Wochenende

Allein in der Nacht auf Sonntag brachten die Küstenwachen mehrere Tausend Migranten in Sicherheit.

Das erste private Rettungsschiff im Mittelmeer: Die «Phoenix» verlässt den Hafen auf Malta (2. Mai 2015).
Das erste private Rettungsschiff im Mittelmeer: Die «Phoenix» verlässt den Hafen auf Malta (2. Mai 2015).
Darin Zammit Lupi, Reuters

Bei den von der italienischen Küstenwache koordinierten Einsätzen europäischer Schiffe im Mittelmeer sind am Sonntag mehr als 2100 Flüchtlinge gerettet worden. Wie die Küstenwache mitteilte, wurden 2152 Menschen gerettet, die in wackligen Booten Richtung Europa unterwegs waren. In griechischen Gewässern wurde weitere 500 Bootsflüchtlinge gerettet. Am Samstag hatte die italienische Küstenwache bereits gemeldet, bei den von ihr koordinierten Einsätzen seien 3670 Flüchtlinge gerettet worden.

Die libysche Küstenwache griff derweil nahe der Küste weitere 500 Migranten auf. Damit stieg die Zahl der am Wochenende im Mittelmeer geretteten Flüchtlinge auf weit über 6000. Mindestens 10 Flüchtlinge starben bei der gefährlichen Überfahrt von Libyen nach Italien. Sieben wurden tot in zwei vollbesetzten Schlauchbooten vor der libyschen Küste entdeckt. Drei weitere Flüchtlinge ertranken, als sie ins Meer sprangen, um ein Schlepperschiff zu erreichen, das ihnen zu Hilfe eilen wollte, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete.

Mehrere Schiffe waren laut Ansa im Einsatz, um die mehr als 270 übrigen Menschen von den drei Schlauchbooten zu retten. Zwei von ihnen waren 45 und 35 Seemeilen (83 und 64 Kilometer) nordöstlich der libyschen Hauptstadt Tripolis in Seenot geraten, eines befand sich 35 Seemeilen nördlich der libyschen Stadt Suwara.

Neun Millionen Euro pro Monat

Inzwischen beteiligen sich auch Schiffe aus Frankreich und Deutschland an den Such- und Rettungsaktionen im Rahmen der EU-Grenzschutzmission «Triton». Nach mehreren Flüchtlingskatastrophen im Mittelmeer hat die Europäische Union die Mittel für ihre Grenzschutz-Einsätze im April verdreifacht.

Schleuserbanden machen sich das durch den Bürgerkrieg in Libyen entstandene Chaos zunutze, um immer mehr Migranten auf oft kaum seetüchtigen und überladenen Schiffen in Richtung Europa zu schicken. Allein in den ersten Monaten dieses Jahres kamen dabei im Mittelmeer mehr als 1750 Flüchtlinge ums Leben - 30 Mal mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Die bislang grösste Katastrophe ereignete sich Ende April, als beim Untergang eines völlig überladenen Schiffes vor der Küste Libyens möglicherweise mehr als 800 Menschen starben. Nach den Flüchtlingstragödien beschlossen die EU-Staats- und Regierungschefs auf einem Sondergipfel Ende April, die Mittel für die «Triton«-Überwachungsmission zu verdreifachen. «Triton» hat seitdem statt drei rund neun Millionen Euro pro Monat zur Verfügung.

Unabhängige Rettungsmission

Neben der EU-Mission haben Ärzte ohne Grenzen und die auf Malta registrierte gemeinnützige Stiftung Migrant offshore aid station (Moas) ihren eigenen Rettungseinsatz ins Leben gerufen. Ihr Schiff «MV Phoenix» brach am Samstag von Malta aus zu einer sechsmonatigen Mission im Mittelmeer auf. Ausgerüstet ist das Schiff mit einer Drohne zur Ortung von in Seenot geratenen Booten. Bei einem ähnlichen zweimonatigen Einsatz war das Schiff im vergangenen Jahr an der Rettung von rund 3000 Menschen beteiligt gewesen.

SDA/hvw/thu

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch