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Nächste Etappe beginntBerner Bahnhof-Ausbau kommt voran – Spannung vor Abstimmung

Am 8. März ist ein weiteres Etappenziel beim Ausbau des Bahnhofs Bern erreicht. Dann können die Gleise 12 und 13 wieder normal befahren werden.

Die neuen Schienen im Gleis 13 sind eingebaut. Ab 8. März werden die Gleise 12 und 13 wieder normal in Betrieb sein.
Die neuen Schienen im Gleis 13 sind eingebaut. Ab 8. März werden die Gleise 12 und 13 wieder normal in Betrieb sein.
Foto: Keystone/Peter Schneider

Der Ausbau des Bahnhofs Bern kommt planmässig voran. Bald ist ein Etappenziel erzielt: Am 8. März gehen die Gleise 12 und 13 wieder vollständig in Betrieb. Sie waren teilweise gesperrt, weil die SBB die künftige Unterführung unterhalb des Perrons ausgehoben und ausgebaut hat.

Die neue Unterführung steht nun bereits auf einer Länge von 80 von insgesamt 172 Metern, wie am Dienstag an einem virtuellen Hintergrundgespräch von «Zukunft Bahnhof Bern» zu erfahren war.

Nächste Etappe beginnt Anfang März

Die nächste Etappe nimmt die SBB am 8. März im Angriff. Dann baut sie die Unterführung weiter Richtung Süden unterhalb der Gleise 11, 10 und 9 aus. Die Gleise werden zwischenzeitlich gesperrt sein. Die SBB sperrt jeweils die Hälfte des Perrons, weshalb die Reisenden weniger Platz haben werden.

«Ganz ohne Einschränkungen geht es leider nicht, wenn man unter laufendem Betrieb den zweitgrössten Bahnhof der Schweiz ausbaut», hielt Benno Nussberger fest. Er ist Gesamtprogrammleiter Ausbau Knoten Bern der SBB.

Die bevorstehende Bauetappe dauert rund ein Jahr. Danach folgen weitere Bauschritte Richtung Süden, bis die Unterführung im Jahr 2025 bis an die südliche Perronwand ausgehoben ist. Ab 2027 sollen die Reisenden durch den neuen Bahnhofzugang beim Bubenbergzentrum strömen können.

Das Grossprojekt «Zukunft Bahnhof Bern» besteht aus mehreren Projektteilen der SBB, der Stadt Bern und des Regionalverkehrs Bern-Solothurn (RBS). Ziel ist, den Bahnknoten Bern auszubauen.

RBS beginnt mit Hauptarbeiten

Der RBS plant knapp 20 Meter unterhalb der bestehenden SBB-Gleise 2 bis 7 einen neuen Bahnhof, da der heutige aus allen Nähten platzt. Bereits der Bau des Zugangsstollens war in Anbetracht der engen Platzverhältnisse, der Geologie und der unmittelbar darüber verkehrenden Züge eine hochkomplexe Aufgabe.

Vor kurzem hat der RBS die eigentlichen Hauptarbeiten für den neuen Bahnhof in Angriff genommen. Auf Kurs sind zudem die Arbeiten am neuen, rund einen Kilometer langen Zufahrtstunnel, der via Eilgut (bei der Reitschule) zum Bahnhof führen wird. Die Arbeiten kommen pro Woche um rund zehn Meter voran und werden voraussichtlich im Frühling 2022 abgeschlossen sein.

«Flankierende Massnahmen nötig»

Der Bahnhof-Umbau gibt in Bern zurzeit viel zu reden: Die Stadtberner Stimmberechtigten entscheiden am 7. März über einen 112-Millionen-Kredit für flankierende Massnahmen vor allem beim Bubenbergzentrum. Die Gegner der Vorlage befürchten unter anderem eine Verschandelung des Hirschengrabens und kritisieren die geplante Fussgängerunterführung.

Gesamtprogrammleiter Nussberger betonte am Mediengespräch, flankierende Massnahmen der Stadt seien auf jeden Fall nötig. Sonst funktioniere das Gesamtsystem nicht. Schliesslich werde ein Grossteil der Reisenden den Zugang Bubenbergzentrum nutzen. Das Verkehrswachstum sei hier gegeben, unabhängig von Corona.

Was die Folgen einer Ablehnung der Vorlage wären, liess Nussberger offen. Er machte aber deutlich, dass Zukunft Bahnhof Bern ein Plangenehmigungsverfahren durchlaufen habe und allfällige Änderungen die Fertigstellung um Jahre verzögern könnten.

sda/tag

1 Kommentar
    T . Schneeberger

    Schon wieder eine Falschmeldung in Bezug auf Hirschengraben (Bau- & Verkehrsmassnahmen der Stadt), und das noch von einem Offiziellen:

    1. Die umstrittene Massnahme der Stadt mit Zerstörung Hirschengraben war nie Gegenstand des Plangenehmigungsverfahrens von RBS und SBB.

    2. Selbst wenn man den Bahnhofzugang Bubenberg selbst noch abändern würde (was die Kritiker sich wünschen), verzögert das die laufenden bahntechnischen Arbeiten in keiner Weise.

    Das BAV würde solche Aenderungen an der Peripherie des Projekts problemlos gutheissen, und man wäre sogar schneller mit Bauen, weil es deutlich weniger aufwenig ist.