Zum Hauptinhalt springen

Gegner des RBS-Depots«Auf viele unserer Forderungen wurde nicht eingegangen»

Nun wird konkreter, wie das neue RBS-Depot in die Gemeinde Bätterkinden integriert wird. Die Vorprojektphase ist abgeschlossen. Nach wie vor stossen die Pläne auf Widerstand.

So wird das neue RBS-Depot aussehen.
So wird das neue RBS-Depot aussehen.
Visualisierung: PD

Neben dem Bahnhof Bätterkinden plant der Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS) ein neues Depot. In den nächsten Jahren soll das Angebot für die Fahrgäste der Bahnstrecke Solothurn–Bern deutlich ausgebaut werden. Dafür braucht der RBS zusätzliche Züge, Ausbauten an verschiedenen Bahnhöfen und auch das neue Depot. Am Standort Leimgrube wird nicht mehr gerüttelt. Trotz Widerstand der Interessengemeinschaft (IG) Bätterkinden und der Gemeinde. Ein Urteil des Bundesgerichts von Anfang November 2019 bestätigte die Standortwahl des RBS und machte die Sache definitiv.

Wie das Depot aussehen wird, ist bereits seit April 2019 klar. Damals wurde das Siegerprojekt des Architekturwettbewerbs präsentiert. Nun wird aber konkreter, wie die Depotanlage dereinst in die Gemeinde integriert wird. Das wurde in einem Vorprojekt erörtert. Dieses ist jetzt abgeschlossen, wie der RBS in einer Medienmitteilung schreibt.

Das Depot (rot) soll längsseitig gegenüber der Landi liegen.
Das Depot (rot) soll längsseitig gegenüber der Landi liegen.
Grafik: PD

Die wohl grösste Änderung gegenüber den einstigen Plänen ist die Ausrichtung des Depots. Die Halle wurde zur kompakteren Anordnung der Gleisanlage im Aussenbereich gespiegelt. Der längere Hallenteil soll nun direkt gegenüber der Landi liegen. «Damit kann die zu überbauende Fläche in der Leimgrube leicht reduziert werden», heisst es in der Mitteilung des RBS.

Die rückwärtige Strassenzufahrt werde noch weiter optimiert, um direkte Fahrten ohne zusätzliche Lärmemissionen zu ermöglichen. Klar ist bereits: Zum Winkelried- und zum Bubenbergquartier hin wird es eine Lärmschutzwand geben. Die genaue Ausgestaltung dieses Lärm- und Sichtschutzes erfolge in den nächsten Monaten.

Zudem geht es um die Umgestaltung der Bubenbergstrasse. Denn die Gleisanbindung wird vom Bahnhof über die Bubenberg- und entlang der Kyburgstrasse zum Neubau führen. Das Bubenbergquartier wird mit dem Auto künftig nur noch von Seite Bahnhofstrasse zu erreichen sein. Für den Fuss- und Veloverkehr wird der Durchgang Bubenbergstrasse–Kyburgstrasse unter der neuen Gleisanlage zum Depot mit einer Unterführung sichergestellt.

Ins Vorprojekt einbezogen wurde eine Projektbegleitgruppe, bestehend aus Vertretern der Anwohner, der Gemeinde und der IG Bätterkinden.

Die Kritik

Auch die IG Bätterkinden äussert sich in einer Medienmitteilung zum Abschluss des Vorprojekts. Allerdings in kritischem Ton. Die Mitwirkung habe sich in der Tendenz zu einem eher dekorativen Beisitz entwickelt. «Auf viele unserer Forderungen wurde nicht eingegangen», sagt der Sprecher der IG Bätterkinden, Niklaus Leibundgut, auf Anfrage. Eine der wichtigsten Forderungen ist laut Leibundgut der Umgang mit dem Lärm. So solle von 24 Uhr bis 5 Uhr morgens die Nachtruhe eingehalten werden. Doch sei ein 24-Stunden-Betrieb vorgesehen.

Eine Nachtruhe, wie sie die IG fordere, sei nicht möglich, so Fabienne Thommen, Mediensprecherin des RBS. «Unser Fahrgastbetrieb startet vor 5 Uhr und dauert länger als bis 24 Uhr.»

Nachts seien zudem Bauzüge unterwegs, die in Bätterkinden losfahren und nach ihrem Einsatz auf der Strecke wieder dorthin zurückkehren würden, so Thommen. Das sei bereits heute der Fall. Der Bahndienst sei aber nicht primär nachtaktiv. «Wir haben keinen 24-Stunden-Betrieb, und das wird auch künftig nicht so sein.»

Die Fläche

Auch die rechtwinklige Anbindung der Geleise zum Depot kritisiert Niklaus Leibundgut. Einerseits wegen des möglichen Quietschens, wenn die Wagons die Kurve passieren. Andererseits wegen der grossen Fläche, die so benötigt werde. Zwar werde etwas mehr Land als einst geplant benötigt, unbebaute Grünflächen blieben im Gebiet der Leimgrube aber weiterhin bestehen, hält Fabienne Thommen fest. Überbaut werden 5 des knapp 8 Hektaren grossen Grundstücks. Lärmintensive Arbeitsflächen wurden weiter weg von Wohnhäusern und das Depotgebäude möglichst nahe an die Kartoffelzentrale platziert; zudem werde mehr Raum für den Schutz vor Emissionen zum Beispiel durch einen Lärmschutzwall oder eine Lärmschutzwand eingeplant, begründet Thommen den zusätzlichen Flächenbedarf.

Die IG Bätterkinden will trotz Kritik auch künftig Einsitz in der Begleitgruppe nehmen, betont Niklaus Leibundgut. Das sieht der RBS ebenfalls so vor. Als Nächstes steht die Bauprojektphase an. In dieser wird etwa die Ausgestaltung des Lärmschutzes konkret ausgearbeitet. Nach 2021 wird das Plangenehmigungsverfahren mit dem Baugesuch folgen. Die weitere Terminplanung hänge von der Dauer des Bewilligungsverfahrens und der Vergabeprozesse für die Bauarbeiten ab, heisst es in der Medienmitteilung des RBS. Im Idealfall könne ab 2024 gebaut werden. Die Inbetriebnahme des neuen Depots ist im Jahr 2026 geplant.