Kühne Sprünge im Campus Perspektiven

Huttwil

Das Schwimmbad muss saniert werden. Lukas Zürcher, Co-Leiter im Sportzentrum Schwarzenbach, lanciert einen Alternativvorschlag.

Was im Jahr 2000 noch möglich war, geht seit drei Jahren nicht mehr: Am Dreimeterbrett musste das federnde Brett entfernt werden, weil das Becken dafür den Sicherheitsvorschriften nicht mehr entsprach.<p class='credit'>(Bild: Thomas Peter)</p>

Was im Jahr 2000 noch möglich war, geht seit drei Jahren nicht mehr: Am Dreimeterbrett musste das federnde Brett entfernt werden, weil das Becken dafür den Sicherheitsvorschriften nicht mehr entsprach.

(Bild: Thomas Peter)

Die Tage sind kälter geworden, und trotzdem steht Lukas Zürcher nach wie vor zum Inhalt ­seiner Kolumne, die er vor vierzehn Tagen in der Huttwiler Lokalzeitung «Unter-Emmentaler» veröffentlichte. Schliesslich hatte er bereits damals betont, sie sei nicht nur entstanden, weil er die sommerliche Hitze nicht vertrage.

Der Inhalt passte allerdings zum Sommer: Der Co-Leiter des Campus Perspektiven entwarf damals das Bild von blau schimmerndem Wasser, 50-Meter-Becken, Sprungturm, Wellenbad, 75-Meter-Rutschbahn und Wassererlebnispark – und das alles beim Campus Perspektiven.

Ein Gedankenanstoss

Eine Einschränkung macht Lukas Zürcher allerdings auf Nachfrage. «Es handelte sich hierbei erst um eine Kolumne.»Wenn er diese Badelandschaft ausgemalt habe, so sei das ebenso ein Gedankenanstoss gewesen wie die Idee, auch der Werkhof der Gemeinde liesse sich in seine Anlage integrieren.

Und dies, ohne dass das Ziel der Campus-Betreiber, einen inspirierenden Ort für Sport. Bildung und Kultur zu betreiben, dadurch eingeschränkt werden müsse.

Planschen und tollkühn ins Wasser springen kann man in Huttwil bereits. Allerdings ist das Schwimmbad im Krummacker in die Jahre gekommen. Vor drei Jahren musste zumindest das Springen vom Dreimeterbrett eingeschränkt werden, weil das Becken nicht mehr den geltenden Sicherheitsnormen entsprach.

Seither kann der Mut nicht mehr vom ­federnden Brett aus erprobt werden, sondern nur noch von der Betonkante. Seither wird an einer Sanierung des Bades geplant.

Sanierung muss warten

Kommt da Lukas Zürcher deshalb mit seiner Idee nicht zu spät? Nein, sagt Gemeindepräsident Walter Rohrbach (BDP). Zwar wurden erste Abklärungen, wie eine Sanierung aussehen könnte, bereits getroffen, und auch die Einwohnerschaft wurde dazu befragt.

Nach dieser Mitwirkung stellte der Gemeinderat vor, was er für realisierbar hält: das Schwimmbecken auf fünf Bahnen zu verkleinern, ohne dass dies auf Kosten der Nichtschwimmer geht; die Rutschbahn beizubehalten; ein separates Sprungbecken mit zusätzlichem Fünfmeterturm zu schaffen.

Verzichtet werden soll dagegen auf einen Strömungs­kanal, einerseits, weil der Platz dafür fehlt, aber auch, weil der Unterhalt aufwendig wäre.

Doch dann wurde das Projekt, für das im Finanzplan der Gemeinde drei Millionen Franken reserviert sind, zurückgestellt. Dies, weil die Bauverwaltung es nebst dem Neubau für den Kindergarten beim Schulhaus Städtli nicht auch noch bewältigen kann.

«Im Moment steht bei uns immer noch der Kindergarten im Fokus», erklärt der Gemeindepräsident. Für diesen will der Gemeinderat den Baukredit am 10. Februar 2019 an die Urne bringen.

Erst wenn dieses Grossprojekt aufgegleist sei, könne der Gemeinderat sich an die Projektierung des Schwimmbades machen. Dann werde es auch Zeit, sich vertieft mit der Idee von Lukas Zürcher zu befassen und zu entscheiden, ob sie eine Alternative zur Sanierung am bisherigen Standort im Krummacker sein könnte.

Zürcher rief die Huttwiler derweil zu «gedanklichen Höhen­flügen und erfrischenden Tauchgängen» auf und erinnerte daran, dass im Campus bereits anderes erreicht worden sei, an das in Huttwil niemand mehr zu glauben wagte: Eis. «Manchmal ist Grosses möglich.»

Berner Zeitung

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