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Leserreaktionen 90 Minuten ohne Maske

Meinungen von Leserinnen und Lesern zu aktuellen Themen. Unter anderem zum Fussballspiel im Wankdorf, bei dem zum ersten Mal seit dem Ausbruch der Corona-Krise über 1000 zugelassen waren.

Das erste Spiel mit mehr als 1000 Zuschauerinnen und Zuschauern sorgt für Kritik.
Das erste Spiel mit mehr als 1000 Zuschauerinnen und Zuschauern sorgt für Kritik.
Foto: Christian Pfander

Eine Strategie, um Freiberufliche abzuwürgen?

Zu «Die selbständigen Pflegenden haben zu viel Gewinn eingestrichen»

Bislang fühlten sich Freiberufliche Pflegfachpersonen als Teil der medizinischen Grundversorgung wertgeschätzt. Unser Einkommen war zu vergleichen mit dem einer angestellten Pflegefachperson. Mit dem «Gewinn» finanzieren wir Berufshaftpflicht-, Taggeldversicherung, AHV, PK, Buchhaltung und vieles anderes. Eveline Zurbriggen schreibt, im Schnitt würden 120.75 pro Stunde abgerechnet. Unsere Realität sieht anders aus. Wie Zurbriggen betont, wolle die GSI mit der geplanten Streichung Fehlanreize im System korrigieren. «Das isch wie ne Chlapf zum Gring». Ein weiterer Schritt zur Abkehr der Strategie ambulant vor stationär oder einfach eine Strategie, uns Freiberufliche abzuwürgen? Wir appellieren an die GSI, den Grundsatz und die Wichtigkeit einer professionellen Pflege nicht zu verraten oder dann aber mutig Stellung zu beziehen, dass man uns in der medizinischen Grundversorgung im Kanton Bern nicht mehr will.

Bettina Joder Stüdle, Freiberufliche Pflegefachfrau HF Psychiatrie, Steffisburg

Alle werden Opfer sein

Zu «Das Demonstrationsdilemma»

Auf dem Bundesplatz campieren junge Leute, die mit dieser gewaltlosen Aktion ihre Sorgen ausdrücken. Es sind Sorgen um ihre Zukunft, um unsere Erde, um die Natur, um Menschen, die wegen der Klimaüberhitzung sterben und sterben werden. Rund um den Bundesplatz, in gut geputzten Häusern, sitzen Finanzleute und Politiker. Viele von ihnen befeuern mit ihren Beschlüssen, Investitionen oder Unterlassungen die Klimaüberhitzung. Sie gefährden mutwillig (oder eventualvorsätzlich) Menschenleben und Lebensqualität. Alle werden Opfer sein, vor allem die Jungen und die Ungeborenen. Wer muss prioritär angezeigt werden?

Ueli Hagnauer, Steffisburg

Solche Fälle werden normalerweise sanktioniert

«Ein kranker Präsident und sein kränkelndes Land»

An der Vorstellung der Richterin Barret am 27. September im Rosengarten des Weissen Hauses wurden offenbar mehrere hochrangige Personen, darunter Donald Trump und seine Frau mit Corona angesteckt. Warum konnte das passieren? Die Erklärung liegt nahe: der seit langem empfohlene, minimale Abstand wurde ignoriert und (aus Überheblichkeit?) nicht eingehalten; auch Gesichtsschutz war bei den Allermeisten ein Fremdwort. Wer ist für dieses Schlamassel verantwortlich? Normalerweise ist es der oberste der Veranstaltung, hier also der «mächtigste Mann der Welt». Der Verantwortliche hat beim Lösen eines simplen Problems kläglich versagt. In einem Rechtsstaat werden solche Fälle normalerweise als nachlässige Gefährdung von Menschen beurteilt und der Verantwortliche wird zur Rechenschaft gezogen. Zum Beispiel droht dem Verantwortlichen der Verlust des Postens, eine Busse oder gar eine Gefängnisstrafe. Man kann gespannt sein, ob und welche Konsequenzen dieser Fall in den USA haben wird.

Hans Weber, Bern

90 Minuten ohne Maske

Zu «‹Mir wei doch aui wider i das Stadion!›»

Dort, wo wir sassen, wurden die Schutzmassnahmen nicht kontrolliert. Einige Personen hatten praktisch 90 Minuten lang keine Maske an weil sie getrunken oder geraucht haben. Niemand hat dies bemängelt. Auch die Verteilung im Stadion fand ich fragwürdig, im Block C und D sass man wie die «Hühner auf dem Stängeli». Als Person, die zu einer Risikogruppe gehört, finde ich das nicht sehr toll. Ja, ich könnte Zuhause bleiben, aber auch ich möchte Fussball live sehen. Wenn sich jeder an die einfachen Regeln halten würde, wäre dies kein Problem

Onlinekommentar von Rosalie Münger

Eine Stunde lang Schulter an Schulter

Das Schutzkonzept ist ein absoluter Witz. Beim Eingang D Ost standen die Leute teilweise eine Stunde lang Schulter an Schulter. Ein guter Teil ohne Maske. Wollte man beim anderen D-Eingang rein, wo niemand anstand, wurde einem der Eintritt verwehrt. Das Sicherheitskonzept erlaube dies nicht. Ich werde den Heimspielen zukünftig fernbleiben.

Onlinekommentar von Alfons Liechti

5 Kommentare
    Hanno

    Den (Erfolg oder) Misserfolg der Stadion-Schutzkonzepte werden wir in ca. 10 Tg bei den Neuansteckungen abgebildet sehen.