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Thun vor 150 Jahren4000 Bourbaki-Soldaten wurden in Thun und Steffisburg interniert

Die Aufnahme von 4000 französischen Soldaten stellte die lokalen Behörden vor grosse Herausforderungen. Es mangelte an Platz und grundlegender Ausrüstung, Typhus und Pocken bereiteten Sorge.

Diese Fotografie zeigt verletzte Internierte der Bourbaki-Armee in Lausanne.
Diese Fotografie zeigt verletzte Internierte der Bourbaki-Armee in Lausanne.
TDG

Um der deutschen Kriegsgefangenschaft zu entgehen, trat am 1. und 2. Februar 1871 die französische Ostarmee unter General Bourbaki, die im Deutsch-Französischen Krieg nahe Pontarlier von zwei gegnerischen Armeen eingeschlossen war, in die Schweiz über. Von den insgesamt 87’000 französischen Soldaten wurden dem Kanton Bern 20’000 Mann und davon der Stadt Thun mit Steffisburg 4000 Mann zur Internierung zugeteilt. Zum Vergleich: Thun zählte damals (noch ohne Goldiwil und Strättligen) erst rund 4600 Einwohner.

Schon am 1. Februar berichtete das «Thuner Blatt», dass dem Vernehmen nach die alte Kaserne (im Bälliz) zur Aufnahme von internierten Franzosen hergerichtet werden solle. Am 4. Februar hiess es dann, von den zugeteilten Franzosen seien zwei Tage zuvor mit dem Zug rund 400 Mann angelangt und in die alte Kaserne verbracht worden. Das Aussehen der Mannschaft sei «über alle Massen traurig und die Kleidung für die strenge Winterkälte so ärmlich und schlecht als möglich». Weiter hiess es, das angekündigte Konzert des Männerchors müsse «wegen Besetzung des Falkensaals mit französischen Truppen» verschoben werden.

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