Wo die glücklichsten Menschen der Welt leben

Die Zufriedenheit ist in Nordeuropa zu Hause – jedenfalls, wenn man dem jährlichen Weltglücksreport Glauben schenkt. Auch die Schweiz ist unter den Top Five.

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Die Norweger sind das glücklichste Volk der Welt, stellt der diesjährige «World Happiness Report» fest. Dicht auf den Fersen in Sachen Glück sind ihnen die nordischen Nachbarn aus Dänemark und Island. Finnland landet hinter der Schweiz auf Platz fünf, und auch Schweden schafft es noch in die Top Ten.

Dänemark – Seriensieger der letzten drei Jahre – muss sich in diesem Jahr mit dem zweiten Rang begnügen. In den Top 20 befinden sich unter anderen auch die USA, Israel, Costa Rica und Deutschland. Ganz hinten liegt die Zentralafrikanische Republik. Mit Ausnahmen unter anderen von Syrien, Afghanistan, Haiti, der Ukraine und dem Jemen liegen auch die meisten anderen Länder der 30 hintersten Ränge in Afrika.

Schweiz 2015 an der Spitze

Für den Bericht haben internationale Forscher 155 Länder untersucht. Er verbindet unter anderem Länderdaten mit Befragungen über die Selbstwahrnehmung ihrer Bewohner. Die Rangliste berücksichtigt das Bruttoinlandprodukt pro Kopf, die durchschnittliche Lebenserwartung, die gefühlte Unterstützung aus dem eigenen sozialen Umfeld oder das Vertrauen in Regierung und Unternehmen mit Blick auf Korruption.

Es geht auch um die von den Befragten empfundene Freiheit, grundlegende Entscheidungen für das eigene Leben treffen zu können, sowie die Grosszügigkeit der Befragten bei Spenden. Negative Faktoren wie Sorgen, Trauer und Wut spielen auch eine Rolle. Der diesjährige Bericht stützt sich auf Daten aus den Jahren 2014 bis 2016. Fünfmal haben die Experten bisher den Weltglücksbericht vorgelegt. In den bisherigen Ausgaben hatte es die Schweiz im Jahr 2015 an die erste Stelle geschafft.

Glücklich im Norden: Was ist das Geheimnis der Wikinger-Nachfahren?

Was haben die Norweger und Dänen, das andere neidisch gen Norden schielen lässt? Sind es die malerischen Fjorde und die hellen Sommernächte? Oder doch ganz unromantisch die unablässig sprudelnden Ölquellen? Ein scherzhaft gemeintes Klischee über die Norweger besagt, dass sie sich am glücklichsten fühlen, wenn sie viele Stunden Auto gefahren und mit schwerem Gepäck auf dem Rücken auf Langlaufski weit in die Landschaft gewandert und dann in einer Hütte ohne Strom und Wasser angekommen sind und es sich dort gemütlich gemacht haben. Glücksgefühle kann demnach bei den Skandinaviern auch auslösen, wenn ihre Nachbarn aus Schweden in Sportwettkämpfen schlecht abschneiden.

Und im Ernst? Wenn man die Menschen auf den Strassen in Norwegens Hauptstadt Oslo fragt, sind es die kleinen Alltagsfreuden, die die Wikinger-Nachfahren glücklich machen. «Gerade bin ich glücklich darüber, dass die Sonne zurückgekommen und der Frühling im Anmarsch ist», sagt die 25-jährige Maiken Mikkelsen. «Mich macht es froh, wenn ich draussen in der Natur sein kann und wenn ich mit meinem Freund zusammen bin.» Für den 71-jährigen Haakon Stauge ist es die Zeit mit seinen Kindern, die das Leben lebenswert macht.

Sorglos und reich

Dahinter steckt mehr. Man könnte wohl sagen: Was die Norweger so glücklich macht, ist, dass die meisten keine grossen Sorgen haben. «Wir sind ein reiches Land. Wir haben viele Ressourcen und zusätzlich ein hohes Einkommen», sagt der Soziologe Anders Barstad vom norwegischen Statistikamt. «In Norwegen und den anderen nordischen Ländern gibt es dazu sehr geringe Einkommensunterschiede. Wir haben wenig Armut und Arbeitslosigkeit.»

Wer Arbeit und eine gesunde Familie hat, nimmt sich eher als glücklich wahr oder sieht zumindest keinen Grund, es nicht zu sein. «Uns geht es gut hier in Norwegen, und ich bin so alt, dass ich das Leben zu schätzen weiss», sagt die 64-jährige Eli Sandvig, die aus Haugesund stammt. «Für mich ist Glück, mit meinem kleinen Hund Elmo spazieren gehen zu können.» (jdr/sda)

Erstellt: 20.03.2017, 09:17 Uhr

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