Mitarbeiter ohne eigenen Schreibtisch

Viele Schweizer Konzerne schaffen den persönlichen Arbeitsplatz ab. Dies birgt Risiken.

Mein Schreibtisch ist dein Schreibtisch: Eine Frau erledigt ihre Arbeit mit einem Laptop in einem Büro in Zürich. (23. Januar 2014)

Mein Schreibtisch ist dein Schreibtisch: Eine Frau erledigt ihre Arbeit mit einem Laptop in einem Büro in Zürich. (23. Januar 2014) Bild: Gaetan Bally)/Keystone

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Ein Büropult ist im Durchschnitt nur die Hälfte der Arbeitszeit besetzt. Die Ursache sind häufige Sitzungen sowie die Zunahme von Teilzeitarbeit und Home-Office. Immer mehr Konzerne streichen deshalb ihren Mitarbeitern den persönlichen Arbeitsplatz. Laut «NZZ am Sonntag» haben bereits 200’000 Angestellte im Büro keinen eigenen Arbeitsplatz mehr.

Beim sogenannten Desk-Sharing kommen auf zehn Angestellte üblicherweise sieben bis acht Schreibtische. Die Sitzordnung im Büro wechselt jeden Tag. Verbreitet ist Desk-Sharing bei den grossen Banken und Versicherungen. Auch bei den staatsnahen Betrieben Post, SBB und Swisscom haben je 5000 bis 10’000 Angestellte einen geteilten Arbeitsplatz.

Die Infrastrukturkosten lassen sich dadurch erheblich senken. Das Sparpotenzial erreicht bis zu 30 Prozent. Fachleute warnen allerdings vor negativen Auswirkungen. Desk-Sharing führe zu einem anonymen Arbeitsumfeld, kritisiert ETH-Professor Theo Wehner in der «NZZ am Sonntag»: «Auch im Büro haben wir das Bedürfnis nach Heimat und Intimität.» Durch den ständigen Ortswechsel gehe diese Privatsphäre verloren. Dadurch werde die Loyalität der Mitarbeiter gegenüber der Firma geschwächt. (foa)

Erstellt: 02.04.2017, 08:30 Uhr

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