Einmaliges Erfolgserlebnis

Das Juniorenteam aus Adelboden gewinnt an der Schweizer Meisterschaft in Gstaad Silber. Nun löst sich die Equipe gezwungenermassen wieder auf.

Skip Andrin Schnider führte das Team Adelboden überraschend in den Final der Junioren-Schweizer-Meisterschaft.

Skip Andrin Schnider führte das Team Adelboden überraschend in den Final der Junioren-Schweizer-Meisterschaft. Bild: Walter Dietrich

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Die Gefühle? Gemischt. «Hätte mir jemand vor der Schweizer Meisterschaft den zweiten Platz angeboten, ich hätte sofort unterschrieben», sagt Andrin Schnider. Doch dann verlor er am Sonntag in Gstaad mit seinem Team Adelboden im Final der Junioren-Schweizer-Meisterschaft 3:4 gegen Zug. Und deshalb überwiegt im Moment beim Skip die Enttäuschung.

«Es hätte auch anders kommen können, drei Steine vor dem Spielende dachte ich noch, dass wir gewinnen würden.» Dann aber gelang dem Zuger Skip Jan Hess ein Take-out, womit er die Oberländer dazu zwang, einen schwierigen Stein zu spielen – und das klappte nicht.

«Deshalb ist es für mich im Moment einfach noch zu früh, mich über Silber zu freuen.»Derweil Zug die Schweiz nun an der Juniorenweltmeisterschaft in Aberdeen (SCO) im nächsten Jahr vertreten darf, gehen die Spieler der Adelbodner Mannschaft bald getrennte Wege. Denn: Es handelte sich um ein einmaliges Projekt.

«Wir begannen bei null»

Im letzten Sommer hatte sich das Team von Andrin Schnider – Schaffhausen – aufgelöst, weil drei Mitglieder zu alt für die Junioren waren. Also machte sich der Zürcher daran, eine neue Equipe zu formieren, und das führte ihn nach Adelboden. Dies, weil sich die Juniorenmannschaft der Oberländer ebenfalls aufgelöst hatte.

Schliesslich schlossen sich der 20-jährige Schnider, die Adelbodner Fabian Stucki (19) und Oliver Inniger (19) sowie der Lausanner Ilian Meier (15) zusammen. «Wir begannen bei null», hält der Skip fest. Weder Trainingsmöglichkeiten noch Sponsoren standen zur Verfügung, ebenso wenig ein Dress. Die grösste Herausforderung war aber, gemeinsam trainieren zu können, wohnen die vier Teammitglieder doch über die ganze Schweiz verteilt.

Die jungen Männer waren allerdings flexibel; sie einigten sich darauf, einmal pro Woche in Bern, daneben aber individuell zu trainieren. «Der Aufwand war gross, aber für uns alle steht Curling zuoberst auf der Prioritätenliste. Und das muss auch so sein, wenn man etwas erreichen will», sagt Schnider. Diese Einheit habe sich rasch auf dem Eis widerspiegelt, «es ging schnell, bis wir gute Kollegen wurden».

Nun also treibt sie der Sport, welcher sie zusammengeführt hatte, wieder auseinander. Fabian Stucki und Andrin Schnider werden versuchen, im Elite­bereich Fuss zu fassen. Oliver Inniger und Ilian Meier hingegen können nochmals bei den Junioren antreten. Irgendwann, wenn der Frust über den knapp verpassten Meistertitel verraucht ist, wollen sie aber noch zusammen feiern. Das allerdings muss wohlgeplant sein – schliesslich ist ein Treffen für alle mit einer mehrstündigen Reise verbunden. (Berner Zeitung)

Erstellt: 20.03.2017, 21:23 Uhr

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