«Und dann sage ich: ‹Das wars von mir, adieu!›»

In seiner fünften und letzten Meisternacht spricht der dienstälteste SCB-Spieler David Jobin über seine Zukunft.

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David Jobin, Sie hätten Ihre Karriere in Biel fortsetzen können. Weshalb hören Sie auf?
David Jobin: Bern ist mein Klub. Ich war immer ein Teil des SCB. Hier habe ich angefangen, hier will ich aufhören.

Wann haben Sie diesen Entscheid getroffen?
Bevor mir Bern eröffnete, mein Vertrag werde nicht verlängert.

Sicher?
Ja. Hätte Sportchef Alex Chatelain gesagt, er möchte, dass ich noch eine Saison anhänge, ich wäre im Clinch gewesen. In meinem Kopf war der Plan klar: Nach dieser Saison ist der richtige Zeitpunkt, aufzuhören.

Obwohl Sie gemessen an der Leistung noch immer auf hohem Niveau spielen könnten.
Es ist eher eine mentale Frage: Ich bin müde, müde im Kopf. Und mir bot sich die Möglichkeit, ausserhalb des Eishockeys zu arbeiten. Das Timing passt.

Sie haben eine eigene Firma ­gegründet, die auf Immobilienbewertung spezialisiert ist.
Ja, aber die Firma wird nur 10 bis 20 Prozent meines Pensums in Anspruch nehmen. Ich werde vor allem bei der Marti Bauunternehmung in Moosseedorf sowie bei der Gebäudeversicherung Bern als Schätzer arbeiten.

Sie können mit fünf Meister­titeln abtreten. Kein Spieler wurde mit dem SCB häufiger Meister. Möchten oder können Sie einen Titel hervorheben?
Es heisst oft: Der erste ist der speziellste, das gilt auch in meinem Fall. Aber dieser letzte Titel hat ebenfalls eine unglaubliche Geschichte: Qualifikation gewonnen, jede Playoff-Serie gewonnen, und dies zum Abschied. Das ist wunderbar. Ich habe seit 1998 für Bern gespielt, das ist Wahnsinn. Ich bin sehr dankbar.

Ihre Familie dürfte über das Karriereende nicht unglücklich sein.
Meine Familie ist froh, höre ich auf. Und sie ist froh, habe ich keine bleibenden Schäden. Ich war oft verletzt. Auch jetzt bin ich verletzt. (Er zeigt auf seinen Cut über dem rechten Auge und eine Wunde am Arm.) Das passiert, wenn du Vollgas spielst. Nun freue ich mich auf den Meisterumzug. Und dann sage ich: «Das wars, adieu!» (Berner Zeitung)

Erstellt: 18.04.2017, 21:57 Uhr

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