Die Kesb steht vor einem ­Belastungstest

Eine ­Initiative verlangt, dass im Kanton Schwyz wieder die Gemeinden für den Schutz von Kindern und Erwachsenen verantwortlich sind. Entschieden wird am Wochenende.

Pirmin Schwander.

Pirmin Schwander. Bild: Keystone

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Starke Emotionen begleiten diese Abstimmung, obwohl es um eine organisatorische Frage geht: Soll im Kanton Schwyz weiter-hin der Kanton für die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (Kesb) zuständig sein, oder soll die Zuständigkeit zu den Gemeinden wechseln?

Am Wochenende befinden die Stimmbürger des Kantons Schwyz über die Initiative «Keine Bevormundung der Bürger und Gemeinden». Diese verlangt, dass die Gemeinden für die Kesb verantwortlich sind. Die SVP ist dafür, FDP, CVP und SP sind dagegen.

Seit 2013 das neue Bundesrecht in Kraft trat, sind für die 30 Schwyzer Gemeinden kantonale Behörden für den Kindes- und Erwachsenenschutz zuständig, zwei Kesb gibt es nun im Kanton. Laut den Initianten ist dieser Wechsel nicht geglückt.

Die vorher gut funktionierenden Strukturen der Vormundschaftsbehörden seien zerschlagen worden. Die Gemeinden seien heute zu wenig einbezogen. Es gebe keinen Grund, weshalb eine Gemeinde für die Baugesuche oder die Feuerwehr, nicht aber für die eigene Bevölkerung verantwortlich sein solle, halten sie fest.

Der Kopf hinter der Initiative ist SVP-Nationalrat Pirmin Schwander. Er war von Anfang an kritisch gegenüber den Änderungen im Kindes- und Erwachsenenschutz eingestellt. Auf nationaler Ebene plant er, mit einer Initiative den Zuständigkeitsbereich der Kesb zurückzubinden.

Gegner der Initiative räumen ein, dass die Kesb am Anfang den Kontakt mit den Gemeinden zu wenig gepflegt hätten, doch nun funktionierten die Behörden gut. Der Verband Schwyzer Gemeinden und Bezirke hält fest, eine Rückübertragung an die Gemeinden wäre mit grossem finanziellem und personellem Aufwand verbunden.

Weitere Gegner betonen: Welche Organisation man auch wähle, es seien immer Menschen, die Entscheide fällten, und jede verordnete Massnahme sei schwierig für Betroffene. Daran ändere die Initiative nichts. (bw)

Erstellt: 19.05.2017, 11:59 Uhr

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