Thuner Gemeinderat gibt (vorerst) klein bei

Trotz Zwischenfällen beim letzten Derby Thun gegen YB: Für das bevorstehende Spiel am nächsten Wochenende gibt es keine zusätzlichen Auflagen. Gemeinderat Peter Siegen­thaler vermisst die Unterstützung – unter anderem vom FC Thun.

Die YB-Fans haben für das nächste Derby in der Stockhorn-Arena keine zusätzlichen  Auflagen zu befürchten.

Die YB-Fans haben für das nächste Derby in der Stockhorn-Arena keine zusätzlichen Auflagen zu befürchten. Bild: Patric Spahni

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Der Thuner Sicherheitsvorsteher Peter Siegenthaler steht im Abseits – um in der Fussballersprache zu bleiben. Aufgrund von Zwischenfällen verbot er für das letzte Derby Thun gegen YB vom letzten Dezember den Fan-Walk der Berner Supporter. Diese foutierten sich aber darum. Es kam zu diversen Scharmützeln (wir berichteten).

«Gestützt auf die Vorfälle wäre es gerechtfertigt, für das kommende Spiel zwischen dem FC Thun und YB strengere Auflagen zu verhängen», sagt Siegenthaler. Denkbar wäre, den Fan-Walk erneut zu verbieten und die Vorgabe auch durchzusetzen. Oder gar den Gästesektor zu schliessen. Siegen­thaler hat sich nun aber dazu entschlossen – entgegen seiner bisherigen Praxis – auf zusätzliche Auflagen zu verzichten.

«Spiele sind unberechenbar»

«Man kann es Resignation oder auch Kapitulation nennen», gibt sich Siegenthaler selbstkritisch. Es sei auf jeden Fall ein Zeichen der Hilflosigkeit. «Ich habe noch keine Antwort auf die zunehmende Gewalt im Rahmen von Fussballspielen gefunden.» Nach wie vor würden die Fans bestimmen, in welchem Rahmen die Spiele abzulaufen haben. «Das darf aber nicht sein», stellt der SP-Gemeinderat klar. Es sei jedoch fast ein Ding der Unmöglichkeit, allfällige Schwierigkeiten mit Fans vorauszusehen. «Die Spiele sind unberechenbar.»

Die «gefährlichen und destruktiven Aktionen» einfach hinzunehmen, ist für Siegenthaler grundsätzlich aber keine Option. Im Hinblick auf das Spiel gegen YB vom 28. Mai hat er nun aber einen pragmatischen Entscheid gefällt. Nicht zuletzt, weil in den letzten Wochen die Wogen bereits hochgegangen waren. Siegenthaler hatte für das Heimspiel des FC Thun gegen Luzern die Eintrittskontrollen für die Gästefans verschärfen lassen. Er erliess zudem ein ­Alkohol- und Fahnenverbot.

Die rund 350 FCL-Anhänger entschieden sich vor Ort, aus Protest ihre Mannschaft nicht in der Stockhorn-Arena zu unterstützen. Stattdessen traten sie den Fussmarsch in Richtung Bahnhof an. Unterwegs legten sie einen friedlichen Halt im Klubhaus des benachbarten FC Rot-Schwarz ein.

Bald gemeinsame Sache?

In jüngerer Vergangenheit hatte sich Siegenthaler mehrfach über die mangelnde Unterstützung vonseiten des Fussballverbandes und auch des FC Thun beklagt. Im jüngsten Fall mit dem FC Luzern kritisierte der FCT-Präsident Markus Lüthi die Auflagen der Stadt öffentlich. Er sei ge­gen Kollektivstrafen, das bringe nichts. Vielmehr sollte die Polizei die Einzeltäter dingfest machen. Gestern reagierte der FC Thun auf die Ankündigung von Siegenthaler, keine Auflagen für das Derby zu erlassen, mit einer kurzen Mitteilung.

Darin steht unter anderem: «Der FC Thun ist der Meinung, mit den Behörden einen stets konstruktiven Dialog zu pflegen. Das Thema Sicherheit wird zurzeit gemeinsam mit der Direktion Sicherheit und Soziales der Stadt Thun unter neuen Ansätzen bearbeitet.» Konkreteres war den Verantwortlichen nicht zu entlocken.

Siegenthaler seinerseits bestätigte zumindest, dass zwischen ihm und FCT-Präsident Lüthi ein konstruktives Gespräch stattgefunden hat. «Menschlich gab es nie ein Problem zwischen uns. Wir hatten ­lediglich sachliche Differenzen», sagt Siegenthaler. Man habe Punkte besprochen, welche man nun inhaltlich vertiefen wolle. «Es ist aber noch zu früh, um Details bekannt zu geben.» (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 19.05.2017, 10:38 Uhr

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36. Runde

02.06.FC Basel 1893 - FC St. Gallen4 : 1
02.06.FC Lugano - FC Luzern0 : 1
02.06.FC Sion - Grasshopper Club1 : 1
02.06.FC Vaduz - FC Thun1 : 3
02.06.BSC Young Boys - FC Lausanne-Sport2 : 0
Stand: 02.06.2017 22:38

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NameSpSUNG:EP
1.FC Basel 189336268292:3586
2.BSC Young Boys36209772:4469
3.FC Lugano361581352:6153
4.FC Sion361561560:5551
5.FC Luzern361481462:6650
6.FC Thun3611121358:6345
7.FC St. Gallen361181743:5741
8.Grasshopper Club361081847:6138
9.FC Lausanne-Sport36981951:6235
10.FC Vaduz36792045:7830
Stand: 02.06.2017 22:39

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