Huttwil

Noch einmal die Fasnacht spüren

HuttwilUnter dem Motto «Carnevale Veneziano» schlossen Narren aus der ganzen Deutschschweiz ihre Fasnachtssaison ab. Die einheimischen Napfgeischter haben aber längst nicht genug von der närrischen Zeit.

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Mit Sonnenschein waren die Oberaargauer Narren dieses Jahr nicht gerade gesegnet. Nasskaltes Wetter durchzog die Fasnachtssaison, die am Wochenende in Huttwil unter dem Motto «Carnevale Veneziano» ihren Abschluss fand. «Viele lassen bei uns ihre Fasnacht ausklingen», erklärt Umzugsverantwortliche Jacqueline Flückiger.

So zieht es jedes Jahr nicht nur regionale Gruppen, sondern auch Cliquen aus allen Ecken der Deutschschweiz nach Huttwil, damit sie ein letztes Mal Fasnachtsstimmung aufleben lassen können.Nach eigenen Angaben konnte die Fasnachtsvereinigung Huttwil am Samstag über tausend Teilnehmer zum Umzug begrüssen. Erstaunlich viele Zuschauer trotzten dem trüben Wetter und warfen sich ebenfalls fasnächtlich in Schale.

Doch bereits am Freitagabend hatte so manch einer eine Perücke aufgesetzt, sein flauschiges Elefantenkostüm übergezogen oder sein Gesicht hinter einer venezianischen Maske verborgen. So war auch beim Rundkurs der Schnitzelbänke durch sechs Huttwiler Lokale viel kostümiertes Volk zu entdecken.

Erstmals wieder im Publikum

In blaue und schwarz-goldene Gewänder gekleidet, sitzen Ruth und Beat Oechsli, Irene Meyer und Peter Müller in der Fasnachtshütte auf dem Brunnenplatz – und zwar erstmals wieder im Publikum. Nachdem die vier Huttwiler 15 Jahre lang als Schnitzelbankgruppe Napfgeischter unterwegs gewesen waren, zogen sie nach der letzten Fasnacht einen Schlussstrich.

«15 Jahre sind genug. Es war eine schöne Zeit, doch irgendwann muss Platz geschaffen werden für Neues», so Beat Oechsli. Man müsse dann aufhören, wenn die Leute einen noch hören wollen, erklärt Irene Meyer. Sie würden es geniessen, einfach dasitzen und zuhören zu können.

Der Fasnacht den Rücken gekehrt haben die Huttwiler aber noch längst nicht. Alle wirken weiterhin engagiert in der Fasnachtsvereinigung mit. «Das fasnächtliche Kribbeln spüren wir deshalb immer noch», erzählt Ruth Oechsli.

Was sie jedoch vermissen würden, sei die Möglichkeit, Seitenhiebe zu verteilen, erzählen die vier. Solche erhielten am Freitag unter anderem der Huttwiler Gemeinderat, der abtretende Bauverwalter Martin Bieri, Alt-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf oder Wladimir Putin. Auch das Asylzentrum in Schwarzenbach, die fehlenden Barrieren beim neuen Kreisel in Huttwil oder die vergessen gegangene Bahnhoftoilette werden thema­tisiert.

Nebst den Huttwiler Schnitzelbankgruppen Eckstremischte, Buebeglünggeler und Chrisvierteler Ost war mit den Schooffsuuri auch Basler Fasnachtskultur vertreten. Die Basler Bangg trat an die Stelle der Huttwiler Güfiwagner, die sich ebenfalls im letzten Jahr auflösten.

Andere mit neuen Ideen

Und wer hätte im Schnitzelbank der Napfgeischter sicher nicht fehlen dürfen? «Sepp Blatter», schiesst es aus Peter Müller raus, und er beginnt gleich zu singen: «I bi dr Blatter Seppeli, im ganze Land bekannt.» Die Kreativität ist den Napfgeischtern seit ihrer Auflösung nicht abhandengekommen. »Es ist aber auch gut, wenn andere mit neuen Ideen kommen», ist Peter Müller der Meinung.

Die anderen mit den neuen Ideen sind in diesem Fall die Chrisvierteler. Sie starten am Freitag erfolgreich in ihre Karriere als Schnitzelbankgruppe und bringen mit Schunkelliedern zwischen den Versen Stimmung in die Fasnachtshütte. Die ehemaligen Napfgeischter sind begeistert vom Auftritt ihrer Nachfolger. «Wir wissen, was es heisst, da vorne zu stehen. Sie haben das toll gemacht», lobt Ruth Oechsli. (Berner Zeitung)

Erstellt: 21.02.2016, 18:37 Uhr

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