Utzenstorf

Ein Refugium für Feldhase und Co.

Utzenstorf Auf dem Land der Biobauernfamilie Dietrich Bögli wurde am Samstag eine zweihundert Meter lange Hecke als Rückzugs-und Nistort für zahlreiche Tiere gepflanzt. Rund sechzig freiwillige Helfer legten tatkräftig Hand an.

Klein und Gross halfen mit, eine zweihundert Meter lange Hecke zu pflanzen.  Auch Marianne ­Chatzigeorgiou vom Ornithologischen Verein Utzenstorf packte mit an.

Klein und Gross halfen mit, eine zweihundert Meter lange Hecke zu pflanzen. Auch Marianne ­Chatzigeorgiou vom Ornithologischen Verein Utzenstorf packte mit an. Bild: Olaf Nörrenberg

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Majestätisch zieht ein Rotmilan seine Kreise hoch über den Feldern des Biobauern Dietrich Bögli aus Utzenstorf. Nach einer längeren Schönwetterperiode meint es Petrus am Samstagmorgen nicht gut mit den Leuten, die auf einem Feld eingangs Koppigen konzentriert am Arbeiten sind. Der Wind zerrt an den Kleidern, die Regenschleusen sind geöffnet. Ein kleiner, offensichtlich frierender Junge fragt Marianne Chatzigeorgiou, wann es Znüni gebe. «Bald, beim Bauernhof der Familie Bögli», erwidert die Präsidentin des Vogel- und Naturschutzvereins Wiler.

Inzwischen ist es halb elf Uhr morgens, und die rund zweihundert Meter lange Hecke mit den dreihundert Jungpflanzen ist fast fertig gepflanzt. In fünf bis sechs Jahren soll sie mit dem extensiven Wiesensaum etwa fünf Meter hoch und bis zu drei Meter breit sein und Unterschlupf und Nistplätze für verschiedene Säugetiere und Vögel bieten, darunter auch für den Feldhasen, wie der Heckenfachmann Walter Jordi erläutert.

Begonnen hat der Helfertrupp nach einer Informationsrunde um neun Uhr morgens. Ein paar Schaufeln und Hacken sind kurz vor dem Mittag zur Seite gelegt. Aus einem Wassertank werden die dünnen Ruten angegossen, derweil sich einige Kinder an einem Ästehaufen zu schaffen machen.

Viele Helfer kamen

Angeregt zu dieser Heckenaktion hat Biolandwirt Dietrich Bögli. Für die benötigten Informationen gelangte er an den Vogel- und Naturschutzverein Wiler. Dieser lancierte letzten Monat dann einen Aufruf für ein Helferteam. Erwartet wurden etwa fünfzig Leute, gekommen sind mehr als sechzig, darunter viele Kinder. Die Jüngsten sollen durch solche nachhaltigen Aktionen auch in Zukunft noch Tiere erleben können, welche ansonsten durch die zunehmend aufgeräumten Landschaften ihre Lebensgrundlage verlieren würden.

Die Hecke soll Unterschlupf und Nistplätze für  Säugetiere und Vögel bieten.

Trotz garstigem Wetter ist die Stimmung heiter. Nicht zuletzt wohl, da die Helferinnen und Helfer im Alter zwischen zwei und vierundachtzig Jahren alle die gleiche Philosophie haben, nämlich einer guten Sache zu dienen. Das Helferteam rekrutiere sich, so Marianne Chatzigeor­giou, aus dem Familien- und Freundeskreis der Bauernfamilien Bögli, der Familie der Bauernhofspielgruppe sowie den Mitgliedern der drei Natur­schutz­­vereine der Umgebung.

Einheimische Pflanzen

Gepflanzt werden einheimische Pflanzen, darunter Weiss- und Schwarzdorn, Holunder und Schneeball sowie Vogelbeere. Aber auch Ast- und Steinhaufen werden angehäuft. Das Refugium wird den ausdauernden Mäusefänger, das gefährdete Hermelin, ganz besonders freuen, wie Heckenfachmann Jordi betont. Für Biolandwirt Bögli ist es die biologische Vielfalt und die ökologische Optimierung, die ihn und seine Familie veranlasst haben, diese Hecke zu erstellen.

Er selber setzt auf seinem Hof auf biologische Nahrungsmittel – daneben hält er Mutterkühe. Für Bögli ist klar, dass dies nicht die letzte Hecke ist, die er pflanzen wird. Nicht zuletzt auch im Sinn eines weniger eintönigen Landschaftsbildes. (Berner Zeitung)

Erstellt: 20.03.2017, 07:42 Uhr

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