Oberaargau
Aktualisiert am 10.12.11, um 07:26 von Andrea Marthaler und Marco Wölfli
 

Stromsparende LED-Weihnachtsbeleuchtungen sind weit verbreitet

Weihnachtsbeleuchtung im Stedtli Wiedlisbach
Quelle: az Langenthaler Tagblatt
Herkömmliche Glühbirnen mit tiefen Wattzahlen werden zwar erst ab nächstem Herbst aus dem Handel verbannt, doch in den Gemeinden der Region sind sie schon weitgehend verschwunden. Zumindest was die Weihnachtsbeleuchtung anbelangt. von Andrea Marthaler und Marco Wölfli
 

Vielerorts hat man bereits zu LED-Lämpchen gewechselt. So zum Beispiel in Langenthal. Hier wurde die Sternen-Girlande in den letzten zwei Jahren umgerüstet. «Rund 80 Prozent sind LED-Lichter, der Rest folgt im nächsten Jahr», sagt Stadtbaumeister Urs Affolter. In Herzogenbuchsee wurde die Umstellung in diesem Jahr vollzogen: Man hat die herkömmlichen Lämpchen rausgeschraubt, stattdessen leuchten über Buchsis Strassen nun LED-Lichter.

Langenthal und Herzogenbuchsee sind beide mit dem Label «Energiestadt» ausgezeichnet. Die Umstellung der Weihnachtsbeleuchtung hat aber ganz pragmatische Gründe. «Wegen des Glühlampenverbots mussten wir ein neues Konzept prüfen», sagt Rolf Habegger, Gemeindeverwalter von Herzogenbuchsee. Dies insbesondere, weil die Weihnachtsbeleuchtung exponiert ist und der Verschleiss entsprechend hoch sei. In Langenthal wurden die Lämpchen im Zuge der Instandhaltung ausgetauscht. «Da wollte man gleich auf die neue Technologie umstellen. Zumal für die Weihnachtsbeleuchtung LED geeignet ist», so Affolter.

Auch die Gemeinde Wiler bei Utzenstorf trägt das Label «Energiestadt». Bei der Weihnachtsbeleuchtung war dies aber nicht entscheidend. «Daran haben wir gar nicht gedacht», sagt Gemeinderat Andreas Weber. «Wir haben zuerst die grossen Posten angeschaut wie zum Beispiel die Strassenbeleuchtung.» Ausser einer Weihnachtstanne im Zentrum des Dorfes verzichtet man aber sowieso vonseiten der Gemeinde auf Lichterketten. Und beim Weihnachtsbaum hat man Glück. Der verantwortliche Elektriker habe Eco-Birnen eingeschraubt, konnte Weber nach Nachfrage verkünden.

Viele Gemeinden rüsten um

Nicht nur in den «Energiestädten», ist man vorbildlich in Sachen Weihnachtsbeleuchtung. In Bätterkinden setzt man ebenfalls auf LED. Zudem installiere Bätterkinden nur eine dezente Beleuchtung, wie Gemeindepräsident Beat Linder sagt. Laut Elisabeth Rüegsegger von der zuständigen Elektrofirma habe man vor drei Jahren auf LED-Birnen umgestellt: «Diese sehen zwar etwas weniger schön aus als Herkömmliche, dafür halten sie länger und sparen Strom.»

In Wangen an der Aare hat man vor wenigen Jahren gewechselt. «Die Beleuchtung im Städtli wollten wir schon länger austauschen, da es technische Probleme gab», sagt Gemeindeschreiber Peter Bühler. Beim Neukauf habe man auf die aktuelle Technologie gesetzt.

In Aarwangen ist die Umstellung in Gang. Bereits ist der Weihnachtsbaum mit LED bestückt. Beim Strassenschmuck hingegen sei erst ungefähr ein Drittel der rund 75 Sterne umgerüstet. «Wir wollten nicht alle Birnen auf einmal wechseln», sagt Peter Gerber, Leiter der Gemeindebetriebe.

Stromfresser gibt es noch

Nicht alle Gemeinden sind allerdings so weit wie die bereits Genannten. Unter den Angefragten gibt es auch welche, die noch rein herkömmliche Glühbirnen verwenden. So zum Beispiel Wiedlisbach. Im Städtli hängt seit etlichen Jahren dieselbe Weihnachtsbeleuchtung. «Wir sind uns aber im Klaren, dass wir diese ersetzen müssen. Die Beleuchtung ist in die Jahre gekommen», sagt Gemeindeverwalter Patrick Hofer. Das bisherige System könne man nicht mehr umrüsten. Für die Neuanschaffung habe man sich aber noch keinen Termin gesetzt. «Im Budget 2012 ist sie nicht drin», weiss Hofer.

In Huttwil ist man ebenfalls noch nicht im LED-Zeitalter angekommen. Die ungefähr 100 Sterne, welche über dem Städtchen hängen, brennen mit herkömmlichen Birnen. Allerdings nicht mehr lange, wie Gemeinderätin Annette Leimer erklärt: «Wir wollen in Huttwil eine neue Weihnachtsbeleuchtung, die möglichst Strom sparend ist. Momentan prüfen wir verschiedene Varianten.»Noch kein Thema ist LED in Lotzwil. «Solange die Herkömmlichen noch funktionieren, schaffen wir nichts Neues an», sagt Dieter Wagner von den Gemeindebetrieben.

Einsparung schwer abschätzbar

Wie viel Strom effektiv gespart werden kann, kann niemand exakt beziffern. Gemessen wird das nirgends. Experten sagen, dass die Einsparung mit LED im Vergleich zu herkömmlichen Glühbirnen 75 Prozent oder sogar noch mehr beträgt. Stadtbaumeister Urs Affolter hingegen schätzt sie auf mehr als die Hälfte.

Der Betriebsleiter in Aarwangen, Peter Gerber, bezeichnet den Effekt ähnlich: «Vermutlich brauchen wir ungefähr noch die Hälfte des Stroms.» Die Einsparung würde aber etwas geschmälert, da am Weihnachtsbaum beispielsweise die LED-Lichter dichter hängen als früher die Glühbirnen. Wenig Strom spart man in Wangen, trotz LED. Denn neu wurde zusätzlich zur Beleuchtung im Städtli eine für die Vorstadt angeschafft.

Am sparsamsten mit Strom geht die Gemeinde Melchnau um, auch wenn LED dort ein Fremdwort ist: In Melchnau gebe es nämlich seit Jahren aus ökologischen Gründen keine Weihnachtsbeleuchtung mehr, sagt Gemeindeschreiber Martin Heiniger.

(az Langenthaler Tagblatt)