Eine Begleitgruppe arbeitete letztes Jahr an Vorschlägen und legte dem Gemeinderat und den vorberatenden Behörden schliesslich vier verschiedene Varianten vor. In den Beratungen zeichnete sich eine klare Tendenz ab, weshalb der Gemeinderat nun dem Parlament eine Variante vorschlägt.
Massnahmen für einen Parallelbetrieb
Das so genannte Nutzungspaket B ist gemäss den Stadtratsunterlagen eine moderate Weiterentwicklung der bewährten Art und Weise, wie das Stadttheater heute betrieben wird. Neben den dringend nötigen Renovationen, die in allen Varianten enthalten waren, sieht das Nutzungspaket B durch spezielle bauliche Massnahmen einen Parallelbetrieb vor. Es handelt sich um ein Kleintheater im Untergeschoss. «Dieser Parallelbetrieb würde dem Theater einen wesentlichen Zusatznutzen bieten», heisst es in den Unterlagen.
Stadtschreiber Daniel Steiner, der ebenfalls Mitglied der Begleitgruppe war (ohne Stimmrecht), sagt: «Der Grund für Variante B ist der, dass dieser Zusatznutzen entgegen ersten Erwartungen innerhalb der bestehenden Gebäudevolumen möglich wäre.» Im Gegensatz zur Variante A (Weiterführung der heutigen Nutzung mit Optimierungen) sei für verhältnismässig wenig zusätzliches Geld ein viel grösserer Nutzen möglich. Die Begleitgruppe sei überzeugt, dass so auch die Rechnung des Stadttheaters optimiert werden könne, so Steiner. Die Nettokosten für diese Variante werden in den Unterlagen mit 9,3 Millionen Franken angegeben, weitere 3 Millionen erhofft sich die Stadt aus dem Lotteriefonds.
Die Begleitgruppe schlägt dem Stadtrat weiter vor: Das Stadttheater wird erst nach der Sanierung in eine Aktiengesellschaft (AG) überführt. Dabei sollen nicht nur der Betrieb, sondern auch das Eigentum übertragen werden. Der Gemeinderat sei der Meinung, dieser Weg sei der kürzeste bis zum Ziel, sagt Steiner. Das Ziel lautet: Sanierung des Stadttheaters bis 2016. Dann feiert das Haus sein 100-jähriges Bestehen. Als Beispiel für einen anderen möglichen Weg nennt der Stadtschreiber die Alte Mühle: Die Stadt habe damals das Areal gekauft und in eine Stiftung überführt. Der neu zusammengesetzte Stiftungsrat hatte dann die Aufgabe, die Alte Mühle zu sanieren. «Das war für den Stiftungsrat nicht ganz einfach.»
Nur Fiko für günstigere Variante
Neben einer Basisvariante A schlug die Begleitgruppe noch die Varianten B1 und C vor. B1 hätte ebenfalls eine Parallelnutzung vorgesehen, allerdings ohne Verlegung des Haupteingangs. Dadurch wären die Kosten etwas tiefer. Beim Nutzungspaket B wird der Haupteingang auf die Nordseite des Stadttheaters verlegt. Der Zugang zum Kleintheater, das sich unter der Hauptbühne befände, würde über das Foyer erfolgen. Variante C beinhaltet noch eine verstärkte kommerzielle Nutzung des Theaters und wäre teurer als die anderen Varianten.
Die vorberatenden Behörden sprachen sich alle ziemlich deutlich für das Nutzungspaket B aus – bis auf die Finanzkommission (Fiko). Diese hätte lieber die günstigere Sanierungsvariante und zuerst eine Überführung des Theaters in eine AG – und dann die Sanierung. Jürg Häusler, Gemeinderat (SVP) und Präsident der Fiko, sagt: Sogar die Variante A liege finanziell noch über dem ursprünglich im städtischen Investitionsplan festgelegten Betrag. «Die Finanzkommission muss ein Auge darauf haben», so Häusler.
Die Fiko könne sich allerdings auch das Nutzungspaket B vorstellen, wenn dieses betriebswirtschaftlich nachweisbar ein Erfolg wäre. Dies sei jedoch aus dem Bericht der Begleitgruppe zu wenig hervorgegangen. Dass das Theater vor der Sanierung in eine AG überführt werden solle, sei für die Fiko ebenfalls klar: «Der Verwaltungsrat dieser AG soll mitbestimmen können, was wann und für wie viel Geld gebaut wird.»
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