Vielleicht wird die Kulisse für die Fernsehsendung Donnschtig-Jass am 9. August modern, vielleicht wird sie traditionell. Auf jeden Fall jedoch wird sie im Oberaargau liegen. Um das Gastrecht spielen eine Woche zuvor nämlich Langenthal und Huttwil. Stattfinden wird der Jass voraussichtlich entweder auf dem Langenthaler Wuhrplatz oder dem Huttwiler Brunnenplatz.
Die Teilnahmen aus dem Oberaargau bestätigt auf Anfrage Thomas Rufener. Am Dienstag war der Stadtpräsident von Langenthal zusammen mit seiner Stabsmitarbeiterin Regula Schneider im Fernsehstudio in Zürich, wo sie von den Verantwortlichen der Sendung über die Anforderungen an die Austragungsorte ins Bild gesetzt wurden. Dort waren ebenfalls Walter Rohrbach, Geschäftsführer des Huttwiler Verkehrsvereins Pro Regio, und Karin Brand, Gemeindeschreiber-Stellvertreterin in Huttwil.
Der «Donnschtig-Jass» sei in Langenthal bereits vor seiner Amtszeit ein Thema gewesen, erklärt Rufener, bis zur Zusage des Fernsehens jedoch nicht zuvorderst auf der Agenda. Das wird sich nun ändern: Jetzt wo er die Vorgaben kenne, könne er daran gehen, die Organisation auf die Beine zu stellen.
Kein Konflikt mit Sommerkino
Als Austragungsort steht für den Stadtpräsidenten der neue Wuhrplatz im Zentrum. «Damit können wir auch Konflikten mit dem im gleichen Zeitraum in der Marktgasse stattfindenden Sommerkino aus dem Weg gehen.» Als Erstes müssen sich Langenthal und Huttwil nun Gedanken über die Vorausscheidung machen, an der ihre Jasser bestimmt werden, die dann am 2. August im Urnerland gegeneinander antreten müssen. Durchgeführt wird die Vorausscheidung zwar vom Fernsehen, doch zählt dieses dabei auf die lokalen Organisatoren. Denn herausschauen sollen möglichst gemischte Teams mit Vertretern aller Altersgruppen und beider Geschlechter.
Für Langenthal ist es nicht die erste Teilnahme am «Donnschtig-Jass». Doch beim ersten Mal im Sommer 2002 unterlagen die beiden Langenthaler Jasser Gabriel Käser und Urs Schmitz in Flums gegen Lauperswil. Ein Fest fand dann trotzdem statt – einfach ohne Fernsehen. Diesmal wird dies anders sein, wie Rufener erklärt: Einerseits werde heute sehr viel von der Infrastruktur vom Fernsehen selbst gestellt. «Ein Fest ohne Fernsehen wäre nicht das gleiche.»
Zudem ist die Ausgangslage eine andere, wenn beide Austragungsorte aus der gleichen Region stammen. Rufener geht deshalb davon aus, «dass die Langenthaler im Fall eines Huttwiler Sieges nach Huttwil gehen – und umgekehrt.» Doch die Zusammenarbeit soll bereits viel früher beginnen. Rufener ist jedenfalls überzeugt, dass ein Zusammenspannen im Vorfeld bei gewissen Arbeiten Sinn macht.
In Huttwil gibt sich Walter Rohrbach noch bedeckt, was den Stand der Vorbereitungen betrifft. Allerdings kann man dort davon ausgehen, dass der Brunnenplatz in den Fokus der Fernsehkameras gerückt wird.
Der Oberaargau siegt so oder so
Thomas Rufener ist überzeugt, dass Langenthal oder Huttwil mit dem «Donnschtig-Jass» eine ideale Plattform erhalten: «Es ist ein nationales Format, eine der ältesten Fernsehsendungen, aber immer noch sehr beliebt.» Er selbst kenne zwar nur die rudimentären Jass-Regeln, sei jedoch kein leidenschaftlicher Spieler. «Die Affinität dafür fehlt mir.»
In die Vorbereitung der Fernsehsendung wird er sich trotzdem mit Elan stürzen. Als Vorteil wertet er auch die Nähe der Austragungsorte: «Wir werden es sportlich nehmen. Ob Langenthal gewinnt oder Huttwil – siegen wird so oder so der Oberaargau.»
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